Studienfahrt Berlin 2018

05.10.2018 - 12:53:21 bis 14:54:00

Oxford, Barcelona, Rom, Berlin, das waren die uns in der MSS 12 gegebenen Wahlmöglichkeiten um das letzte Schuljahr zu beginnen.

Wir, eine kleine Gruppe von nur 11 Schülern wählten das einzig richtige, die Fahrt in die Hauptstadt.

Am Samstag, dem 11. August 2018 erreichten wir nach knapp 6 Stunden Zugfahrt das Herz der Republik und machten uns auf den Weg zu unseren Hostel, welches glücklicherweise nur wenige Minuten vom Hauptbahnhof entfernt lag,

Nachdem alles ausgepackt war, begann der kulturelle Teil des Tages und zugleich die Aufspaltung der Gruppe in zwei Teile: die, die entspannt gingen, und die, die von Natur aus nur schwer in der Lage waren ihr Tempo zu mäßigen, welche die folgenden Tage auch als „Sprinter“ bekannt werden sollten.

Unser 16 Kilometer langer Spaziergang führte uns am Bundestag vorbei bis zum Brandenburger Tor, von wo aus wir uns „Unter den Linden“ zum Alexanderplatz bewegten. Von dort aus gingen wir in den historischen Kern Berlins, das Nikolaiviertel, und bekamen Zeit uns in der Gegend in Gruppen umzuschauen.

Der letzte Punkt für den ersten Tag war eine Licht-Instalation zur Geschichte des Parlamentarismus in Deutschland, projiziert auf die Fassade des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses, einem Teil des Deutschen Bundestags.

Der Sonntag begann mit einem erneuten Gang zum Brandenburger Tor, von wo wir aus wir zu eine kleinen Stadtführung die sich am Verlauf der Mauer vom Brandenburger Tor über den Potsdamer Platz zum Checkpoint Charlie orientierte.

Als nächstes hatten wir erst eine Mittagspause und gingen dann zurück zu dem Denkmal für die ermordeten Juden Europas, wo wir durch das Stelenfeld wanderten und danach den zugehörigen und sehr bewegenden Ausstellungsraum unter dem Feld besuchten.

Der letzte Punkt des Tages war der Besuch des Pergamonmuseums, welcher Aufgrund der seit Jahren andauernden Sanierungsarbeiten an zwei dritteln des Museums schnell abgehakt war.

Montags war unser erstes Ziel das Jüdische Museum, in dem wir eine Führung mit Fokus auf die Konflikte im und um den Staat Israel bekamen, aber auch etwas über den Alltag und die Ursprünge Israels lernten. Aus dem Museum ging es runter in den Libeskind-Bau, welcher mit seinen Ausstellungsstücken, Kunstwerken und seiner Architektur ähnlich bedrückend war wie auch das Denkmal für die ermordeten Juden Europas.

Mittags besuchten wir das interaktive DDR Museum direkt an der Spree und Nachmittags teilte sich unsere Gruppe in zwei auf, die eine ging in die „Körperwelten“ Ausstellung, die andere schon zum Hostel zurück.

Abends war ein Picknick auf dem Tempelhofer Feld geplant, welches jedoch freiwillig war, sodass ein Teil picknicken war und der andere die hoch luxuriöse Hostelküche ausprobierte…

Der Dienstag begann leicht ernüchternd; ursprünglich war eine Führung durch das „Story of Berlin“ Museum mit Bunkerführung geplant, jedoch fiel diese aus, woraufhin wir uns selbst halbwegs erfolgreich durch das Museum führten.

Als Ausgleich wartete am Nachmittag eine unverhofft gute und eindrucksvolle Führung durch das Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen auf uns, nach der wir in Ansätzen verstehen konnten, wie es in der DDR politischen Gegnern erging.

Als positiver Abschluss des Tages verwirklichten wir ein eigentlich für den vorherigen Tag geplantes Treffen mit Herrn Leinhos, einem ehemaligen Lehrer, welcher seit knapp zwei Jahren in Berlin unterrichtet.

Wir trafen uns in einem nahen Biergarten, ließen den Abend entspannt ausklingen und konnten sogar zufällig ein in der Nähe stattfindendes Feuerwerk beobachten.

Mittwochs gingen wir zuerst zum Tränenpalast, am ehemaligen Ostberliner Bahnhof Friedrichstraße, an dem viele Familien sich auf ungewisse Zeit verabschieden mussten.

Wenige Minuten zu Fuß entfernt ging unsere politische Bildung weiter, wir besuchten den Bundestag, hörten uns einen Vortrag zu dessen Geschichte an und bestiegen obligatorisch die Kuppel.

Danach war eigentlich ein Treffen mit dem Koblenzer Bundestagsabgeordneten Detlev Pilger geplant, dieser war jedoch zu der Zeit in Koblenz, also empfing uns einer seiner Mitarbeiter.

Am Abend besuchten wir das Monbijou-Theater und sahen uns Friedrich Schillers „Die Räuber“ an, ein, Zitat: „komplett wirres Stück“.

An unserem letzten Tag in Berlin besuchten wir den Dorotheenstädtischen Friedhof und den an der Bernauer Straße rekonstruierten Mauerabschnitt, bevor wir uns nach sechs lehrreichen und lustigen Tagen wieder in den Zug nach Koblenz setzen.  

 

Luke Jansen (MSS 13)