Römische Städte

30.08.2019 - 15:07:14 bis 17:08:00

Archäologie im Rahmen der Görres-Profiltage – ein Projekt mit Unterstützung des Fördervereins

Das archäologische Projekt dieses Jahres beschäftigte sich mit einem umfassenden Thema, dessen Wirkung bis heute in unserem Alltag zu spüren ist: der Anlage und dem Aufbau sowie der Baugeschichte römischer Städte, mit besonderem Augenmerk auf den provinzialrömischen Städten im obergermanisch-gallischen Raum, d.h. in dem Bereich des römischen Reiches, in dem wir heute leben. Im Zentrum dieser Thematik steht einerseits die prinzipielle Konzeption systematischer Neugründungen, zweitens aber auch die typische Infrastruktur, die ebenso bei historisch gewachsenen Städten im römischen Reich durchweg erkennbar ist. Diese beiden Aspekte ergeben zusammen ein Schema, das die Teilnehmer des Projektes, 23 Schülerinnen und Schüler der Klassen 8 bis 12, am ersten Tag erlernten, um darauf aufbauend selbstständig ausgewählte römische Städte verschiedener geographischer Lokalisation in einer Präsentation für die Gruppe vorstellen zu können. Angeleitet wurden sie hierin wieder durch Frau Reitz und Herrn Klünemann.

Wenn sie eine Stadt neu gründeten, legten die Römer ein schachbrettartiges Muster zugrunde, das vielleicht auf das griechische Vorbild des berühmten Architekten Hippodamus von Milet zurückzuführen ist. Rückgrat und Kern dieser Gliederung sind eine zentrale Nord-Süd-Achse, der cardo maximus, und eine zentrale Ost-West-Achse, der decumanus maximus. Im rechten Winkel zu ihnen werden die anderen Straßen angelegt. Die Infrastruktur der Stadt besteht aus den berühmten Beispielen römischer Architekturen: das runde Amphitheater und das halbkreisförmigen Theater oder Odeion, der Forumsplatz mit einem zentralen Kapitolstempel, die Thermen sowie andere Gebäude, die die typischen Anforderungen menschlichen Zusammenlebens erfüllen, z. B. Tavernen, Handwerkerhäuser, natürlich Wohnhäuser, aber auch Herbergen, Latrinen und Nekropolen.

Ausgewählt wurden als Beispiele für den gallischen Raum Arelate (heute Arles) und Nemausus (heute Nîmes), Augusta Treverorum (Trier), das damals zur Provinz Gallia Belgica gehörte, für den italischen Raum die wohl berühmtesten Beispiele für vollständig erhaltene Städte des römischen Reiches, Pompeji und Herculaneum, aber auch die Hafenstadt Ostia, und zu guter Letzt (aber auch) noch ein nordafrikanisches Beispiel, die große und blühende Stadt Leptis Magna, heute Lebda in Libyen.

Wie immer war das Projekt auch mit einer Exkursion verbunden, die in dieser Form nicht ohne den großzügigen Zuschuss des Fördervereins möglich gewesen wäre: Wir fuhren am zweiten Tag morgens früh um 7 Uhr mit einem Reisebus los, um Museum und archäologischen Park der Stadt Xanten am Niederrhein zu besichtigen. Dabei hatten wir zunächst zwei in pädagogischer und in sachlicher Hinsicht kompetente Führungen durch das vielfältige und interessante Museum mit den dort in überdachter Form zugänglichen Resten der Thermenanlage, danach erwanderten und erschlossen wir uns die umfangreichen Rekonstruktionen des Parks, u.a. auch eine Werft, in der Rekonstruktionen römischer Schiffe gebaut werden. Abgeschlossen wurde dies durch eine Führung, die uns noch einige ausgewählte Gebäude des Parks ansprechend erklärte, unter anderem das Amphitheater und die Taverne. In der Taverne gab es auch die Möglichkeit, ein Mittagessen einzunehmen. Auf der Speisekarte stand u.a. auch typisch römisches Essen. Nach einem abschließenden Aufenthalt in der Xantener Innenstadt fuhren wir zurück nach Koblenz, wo wir erst um 20.30 Uhr anlangten, ein gewaltiges Tagesprogramm, das aber von allen Schülerinnen und Schülern hervorragend bewältigt wurde.

Der dritte Tag diente wie in den vergangenen Jahren zur Dokumentation und Präsentation des Erarbeiteten. Zurück blieb der Eindruck von drei intensiven und lehrreichen Tagen, die allen Beteiligten darüber hinaus aber viel Spaß bereitet haben. Wir bedanken uns in diesem Zusammenhang noch einmal bei dem Förderverein unserer Schule, der insbesondere großzügiger Weise die Buskosten zu einem sehr großen Teil übernommen hat.