„Missio-Truck“ berichtet über Flucht

18.05.2019 - 12:23:05 bis 14:24:00

Die Jahrgangsstufen 9 und 10 besuchten jeweils mit ihren Lehrerinnen und Lehrern Herrn Lomp, Frau Robenek, Frau Stein und Herrn Dr. Wolff im Rahmen des Ethik- und Religionsunterrichtes den Missio-Truck, der in Koblenz an der Herz Jesu Kirche eine Woche lang für die Öffentlichkeit bereitstand.

Der  Kongo und Handyrohstoffe

Im Rahmen eines Kurzvortrages im Pfarrsaal stellten die Organisatoren von Missio, einem katholischen Hilfswerk, den Ausgangspunkt des Projektes vor – den Kongo. Nach einer kurzen geografischen  und politischen Einordnung des Landes bekamen die Lerngruppen die Besonderheit des Kongos erläutert – nämlich das Vorkommen von Rohstoffen, die sich in nahezu allen Smartphones befinden. Dies sind sogenannte „kritische Rohstoffe“, die weltweit knapp sind und daher oft unter schlechten (Arbeits-)Bedingungen erschlossen werden. 

„Was macht ihr eigentlich mit euren alten Handys?“, fragte der Missio-Mitarbeiter die Jugendlichen. „Dem jüngeren Bruder geben“ und „In die Schublade  legen“, so die Antworten. Dass die Mobiltelefone recycelt werden können (und sollten) hatte kaum einer im Bewusstsein. Dabei gibt es sogar eine Alternative, die ökologisch nachhaltig ist, das sogenannte „Fairphone“ – ein Smartphone, das unter fairen Bedingungen hergestellt worden ist.

Der Missio-Truck

Nicht nur der verantwortliche Umgang mit Rohstoffen, sondern auch das bis heute immer noch kontroverse Thema Flucht und Flüchtlinge spielte – wiederum am Beispiel des Kongos – eine Rolle. Hierzu diente der große und auffällige LKW, der sich vor der Kirche befand.

Im Truck selbst befanden sich sieben Räume, die allesamt Etappen einer Flucht thematisierten. Zu Beginn wählten die Schülerinnen und Schüler eine Postkarte aus, die fortan die Rolle für die „Reise“ darstellte. Zum Beispiel Irene, die zwar einen Studienabschluss, aber kein Geld hat. Sie arbeitet als Übersetzerin und abends für Wohlhabende als Kindermädchen. Mittels QR-Code lösten die Lerngruppen Aufgaben, die ihre individuelle Rolle auf der Flucht erlebte.

So musste in Raum 1 zunächst einmal entschieden werden, welche Gegenstände mitgenommen werde. Zur Auswahl standen Etliche, es durften aber nur Drei ausgewählt werden: Kleidung? Zeugnisse? Der Pass? Wasser? Essen? Ein Messer? Die mitgenommen Produkte beeinflussten die weitere Flucht. In Raum 4 gab es für Manche keine Arbeit im neuen Land, da sie auf der Flucht keine Papiere mitgenommen hatten.

Fazit

Die Schülerinnen und Schüler waren sich einig, dass Missio mit diesem Angebot einen guten und anschaulichen Einblick in die Thematik „Flucht“  bot. Ein Bereich, der zwar schon lange gegenwärtig ist, aber selten so anschaulich miterlebt und verstanden werden kann.

Daniel Lomp