Die Lateinkurse der MSS 11 in Frankfurter Museen

18.03.2019 - 21:54:50 bis 22:55:00

Zum wiederholten Male nutzte eine Schülergruppe des Görres-Gymnasiums in einer gangtägigen Exkursion am 7.2.2019 das breit angelegte Angebot der Frankfurter Museumslandschaft, um schulische Inhalte einmal abseits des Unterrichts zu vertiefen bzw. neu kennen zu lernen.

Im Zentrum dieser Exkursion aller Lateinschülerinnen und -schüler der Jahrgangsstufe 11 (Leistungskurs, Grundkurs und Anfängerkurs, begleitet von Herrn Klünemann und Frau Reitz, leider ohne den kurzfristig erkrankten Herrn Hecker) stand zum zweiten Mal das Liebieghaus, das sich in den letzten Jahren unter dem Archäologen Vinzenz Brinkmann vor allem durch einige Ausstellungen zur Farbigkeit antiker Statuen einen Namen gemacht hat. Betraf dies in der ursprünglich aus München stammenden Ausstellung „Bunte Götter“ (Frankfurt 2008) noch vor allem die bemalten Marmorskulpturen, so hatten die Ausstellung 2016 „Athen – Triumph der Bilder“ sowie die aktuelle Ausstellung „Medeas Liebe und das goldene Vlies“ die Farbigkeit der Bronzestatuen zum Thema. Kern der Ausstellungen war dabei jeweils die Neudeutung bekannter Bronzen – 2016 die Bronzekrieger von Riace, 2018/19 nun der sog. „Faustkämpfer vom Quirinal“ und der in unmittelbarer Nähe aufgefundene „Thermenherrscher“. Beide Statuen werden in Frankfurt im Zusammenhang mit der Medeasage neu gedeutet (als Barbarenkönig Amykos vom Schwarzen Meer  und als griechischer Halbgott Polydeukes, bester Faustkämpfer seiner Zeit). 

Daneben aber bot die Ausstellung des Liebieghauses den Schülerinnen und Schülern aber noch viele andere, z. T. international sehr bekannte Ausstellungsstücke zur Illustration der Sage um die kolchische Prinzessin Medea und die Überbringung des goldenen Widderfells („Vlies“) durch den Helden Jason und die Argonauten, die im Schulunterricht normalerweise eher weniger behandelt wird. Daneben wurden auch wertvolle und hier in Deutschland sonst nicht zu sehende Goldobjekte aus Georgien gezeigt, das dem antiken Kolchis, der Heimat der Medea, entspricht (überdies auch Gastland der Buchmesse in Frankfurt 2018). So erweist sich die Begegnung mit dem Fremden und der kulturelle Transfer als Kern sowohl der antiken Sage als auch der modernen Ausstellung. In zwei fachlich und didaktisch überzeugenden Führungen bekamen die Schüler alle Objekte anschaulich erklärt und hatten auch vielfältige Gelegenheit, Nachfragen zu stellen. 

Nach einer Mittagspause mit Gelegenheit zur Rekreation in der Frankfurter Innenstadt bzw. im näher gelegenen Sachsenhausen nutzten wir die Museumsdichte des Frankfurter „Museumsufers“ am Schaumainkai, um – in gewisser Weise als Kontrastprogramm zur Antike - die Dauerausstellung des sehr sehenswerten Museums für Kommunikation zu besuchen und durch zwei Führungen näher erläutert zu bekommen. Nachdem die Schülerinnen und Schüler nach den Führungen noch eine Zeitlang Gelegenheit hatten, sich in der abwechslungsreichen und z. T. interaktiv gestalteten Ausstellungsfläche selbst noch tiefere Einblicke in die Geschichte und Struktur der menschlichen Kommunikation zu verschaffen, ging es nach einem langen und erfüllten sowie abwechslungsreichen Tag mit dem Bus wieder zurück nach Koblenz. Frankfurt und seine Museumslandschaft erwiesen sich also wieder einmal als reiche (und mit ca. einer Stunde Anfahrt leicht zu erreichende) Quelle der Inspiration und Motivation für den normalen Schulalltag.