Ausstellungsbesuch: „Im Schatten von Auschwitz“

13.02.2020 - 14:29:25 bis 15:31:00

Die katholische Lerngruppe 10a/c besuchte, wenngleich durch das Sturmtief Sabine in ihrer Anzahl reduziert, mit ihrem Religionslehrer Daniel Lomp die Ausstellung „Im Schatten von Auschwitz“.

Unterrichtlicher Kontext

Seit Beginn des neuen Halbjahres beschäftigt sich die Klasse im Unterricht mit dem Themenfeld Kirche und Diktatur, am Beispiel der Rolle der (katholischen) Kirche im Nationalsozialismus. Dies geschieht u. a. anhand der Erschließung einer Lektüre, die das Leben von Priestern in Konzentrationslagern schildert.

Insofern bot es sich an, die dem Görres-Gymnasium benachbarte Citykirche zu besuchen, die sich Bereichen des Themas im Kontext des 75. Jahrestages der Befreiung von Auschwitz widmet.

Die Ausstellung

Das Begleitheft der Bundeszentrale für politische Bildung schildert deutlich: „Das ehemalige Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau ist weltweit zum Synonym für den Holocaust, die Ermordung der europäischen Juden, geworden.“

Dies ist zu bestätigen; nichtsdestotrotz gab es weitere Lager, die aber – insbesondere für die Schülerinnen und Schüler – teils nahezu unbekannt sind.

Der Fotograf Mark Mühlhaus wählte daher die übertragene Perspektive: „Im Schatten von Auschwitz“. Er nahm Bilder auf, die unbekannte Orte zeigen, die aber gleichermaßen für die schrecklichen Taten des NS-Regimes stehen.

So zeigt ein Foto das Gelände des ehemaligen Vernichtungslagers Kulmhof. Hier wurden von einem SS-Sonderkommando zwischen 1941 und 1944 über 150.000 Menschen in Gaskammern, die aus umgebauten Lastwagen bestanden, ermordet.

Einen anderen Erinnerungsort stellt der Wald von Blagowschtschina dar – hier gibt es Massengräber von Juden, die von deutschen Einsatzkommandos getötet und verscharrt wurden.

Aber nicht nur Erinnerungsorte, auch Biografien werden in Form von Schautafeln präsentiert. Hier fiel den Jugendlichen besonders das Schicksal von zwei Menschen ins Auge, die am Görres-Gymnasium Abitur gemacht hatten. In der Reflexion schilderte die Klasse, dass ihnen so sehr deutlich wurde, dass das Schicksal alle Verfolgten überall traf – eben auch in Koblenz.

Wie erinnern?

Einig waren sich alle, dass die Erinnerungskultur wichtig ist und beibehalten werden muss. Noch in der Kirche selbst trat eine Diskussion auf, ob die aktuellen Bilder das Leid genauso gut wie zeitgenössische Bilder zeigen können. Julian gab zu bedenken, dass „das erlebte Elend unzeigbar sei und bleibe“, Luis betonte, dass „die Gedenkorte von heute wichtig sind“, da sie die Erinnerung aufrechterhalten.

Alle betrachteten die Kirche als passenden Erinnerungsort. Zum einen, da die Kirche eben auch Teil der Zeit war, zum anderen da die Citykirche, so Sarah „insbesondere für alle Menschen offen ist“ und zudem direkt in der Stadt liegt und somit den „Schatten von Auschwitz“ mitten in den Alltag rückt.

Daniel Lomp

 

Hinweis: Die Ausstellung ist noch bis Ende Februar zu sehen!