Aus dem Rahmen gefallen?!

10.09.2017 - 21:19:37

Eröffnung der Fotoausstellung „Smile Zone“ von Barbara Habner

Lautet ein zentraler Satz im TV-Trash GNTM „Ich habe heute leider kein Foto für dich!“, dürfen wir am Görres hingegen stolz für uns reklamieren: „Barbara Habner hat viele Fotos für uns!“

Anlässlich ihrer Verabschiedung hat unsere Kollegin und schulische Ausbildungsleiterin Barbara Habner aus ihrer Fotografiesammlung einige sehenswerte Portraits und ansprechende Stadtansichten ausgewählt und sie in einer kleinen (aber feinen!) Fotogalerie vor dem Elternsprechzimmer zusammengestellt. Eröffnet wurde die Ausstellung beim Kollegenfest am vorletzten Schultag. Zu Recht wies Susanne Marx in ihren einführenden Worten auf den „Sinnesgenuss“ hin, zu dem die Betrachter verführt werden, und zitierte in diesem Zusammenhang die Aussage des „Urvaters der Street Photography“, Henri Cartier-Bresson: „Ein gutes Foto ist ein Foto, auf das man länger als eine Sekunde schaut.“

Mit Momentaufnahmen, die Passantengruppen oder Einzelne beispielweise in Calgary oder New York herausgreifen, hat die Fotografin auf ihren verschiedenen Reisen die Besonderheit des Augenblicks festgehalten. Straßenfotografie - heißt es - lässt dem Betrachter die Freiheit persönlicher Interpretation und so liegt es im Auge des Ausstellungsbesuchers, welches Portrait ihn am meisten anspricht: die lässige Lady mit den faszinierenden Ohrringen, das „Haribo Girl“ oder der ältere Herr mit Sonnenbrille in Chinatown?

Barbara Habners Fotografien zeigen die Menschen in ihrer Umgebung und vermitteln das spürbar große, wertschätzende Interesse der Fotografin an ihren „Objekten“. Und so sind es, wie Susanne Marx betont, „eher alltägliche Szenen und abseitige Orte, die sich jedoch in einem Moment plötzlicher Klarheit, Stimmigkeit und Größe zeigen“, und eben nicht „Celebrities“ oder „touristische Highlights“.  

Im Unterschied zur klassischen Straßenfotografie in Schwarzweiß bestechen die Bilder der Serie „Faces“ durch ihre Farbigkeit. Das Thema Farbe hat Barbara Habner bewusst als ein die Fotografien verbindendes Gestaltungsmittel ausgewählt und so beeindrucken auch die beiden Stadtlandschaften mit ihrem Zusammenspiel von Farbe und Form. Die Ausstellung lädt ein, „in Zwiesprache zu treten mit den Bildern, eigene Bezüge und Geschichten zu finden oder einfach einzutauchen  in die Farben, die Fenster zur Welt zu nutzen für kleine Fluchten aus dem Lehreralltag“, wie Susanne Marx hervorhebt. Vielleicht wünscht sich demnächst mancher Kollege, in Seattle zu stehen und die Skyline zu bestaunen, statt sich mit dem Kopierer abzumühen und Kursarbeiten zu vervielfältigen... 

Vielen herzlichen Dank, liebe Barbara Habner, für diesen fotografischen Genuss! Möge die Fotopirsch in Zukunft als Pensionärin weitergehen...

                                                                                                                     Jutta Bartolosch

                                                                                                Fotos des Abends: Claudia Schier

                                                                                             

Ich danke Jutta Bartolosch für den gelungenen Artikel, Susanne Marx für die wunderbar verführende Ansprache und Claudia Schier für die atmosphärischen Fotos des Abends. Außerdem gilt mein Dank Elena, Luca und Marie, die die gesamte Organisation des Sektempfangs geleistet haben und meinen Helfern beim Aufbau der Ausstellung: Britta Holzheimer, Daniel Lomp, Herrn Huckauf, Karen Dürr und den Gästen Jutta Bartolosch und Bastian Staudt. Ohne euch hätte dieser Abend nicht stattfinden können!

                                                                                                                         Barbara Habner