Auf den Spuren von Karl Marx

30.07.2018 - 21:22:00 bis 23:25:00

Der Leistungskurs Geschichte besuchte zwei Ausstellungen in Trier, der Geburtsstadt von Marx.

Vorbereitung im Unterricht

Zuvor hatte die Gruppe sich im Unterricht mit dem Beginn der Industrialisierung in England und der Weiterentwicklung in Deutschland beschäftigt. Hierbei galt es, ganz im Sinne Marx, nicht nur die positiven Entwicklungen wie z. B. Erfindungen in den Blick zu nehmen, sondern auch die Folgen für die Arbeiter zu verstehen.

Bezüglich der sogenannten Sozialen Frage versuchten Karl Marx und Friedrich Engels Antworten zu finden. Diese Lösungsmöglichkeiten wurden im Unterricht nicht nur erarbeitet und diskutiert, sondern v. a. auf ihre heutige Relevanz untersucht.

Aber hat Marx der heutigen Generation überhaupt noch etwas zu sagen?

Der Kurs war sich einig: Ja! Nicht nur, dass ein Grundverständnis des Marxismus für weitere Themenbereiche und Epochen in den nächsten Jahren bis zum Abitur noch relevant ist, so knüpften viele Schülerinnen und Schüler auch Bezüge zum Religions-/Ethikunterricht, in dem Marx Religionskritik („Religion als Opium des Volkes“) kritisch beleuchtet wurde.

Spannend war auch die Analyse, welche Rolle Marx (und Engels) in den Lehrplänen spiel(t)en – dafür wurde nicht nur der aktuelle Lehrplan Gesellschaftswissenschaften des Landes Rheinland-Pfalz, sondern auch Lehrpläne der DRR gesichtet.

Am Ende der Reihe zeigte sich, mit Blick auf unsere Gegenwart, dass die Arbeitswelt erneut im Wandel ist; so hat Marx zwar die Digitalisierung nicht vorhersehen können, aber, so stellten die Lernenden fest, manche Entwicklungen und damit verbundene Ängste ähneln den historischen Industrialisierungsphasen durchaus.

Exkursion nach Trier

Um die behandelten Themen vertiefend abzurunden machte sich die Lerngruppe mit ihrem Lehrer Daniel Lomp und unter Begleitung der Kolleginnen Britta Holzheimer und Barbara Habner auf den Weg in die Geburtsstadt von Marx. 

Besucht wurden zwei Ausstellungen, im Rheinischen Landesmuseum und Stadtmuseum, die im Rahmen des Jubiläums (200. Geburtstag von Marx) entwickelt wurden.

Das Landesmuseum stellt den Werdegang des berühmten Trierer Bürgers nach, wobei – dies war ein berechtigter Kritikpunkt der Gruppe – der Schwerpunkt nicht auf Marx selbst, sondern sehr stark auf das 19. Jahrhundert gelegt wurde.

Zwar ist der zeitliche Kontext unerlässlich, um das Leben und Wirken von Marx und seinen Zeitgenossen zu verstehen, jedoch sollte dabei die Hauptperson selbst nicht aus den Augen verloren werden.

Dieses Manko glich das Stadtmuseum etwas aus, da dort die Biografie Marx, die viele Wirkstätten über Trier hinaus aufweist (z. B. Paris und London), sehr anschaulich dargestellt wurde.

Doch auch hier wäre es wünschenswert gewesen, wenn der Fokus noch stärker auf den Protagonisten selbst gerichtet worden wäre.

Fazit

Nichtsdestotrotz war es ein lohnender Tag – nicht nur, weil die Marx-Statue, das berühmt-berüchtigte Geschenk der Chinesen und über dessen (Nicht-)Annahme auch im Unterricht diskutiert wurde, nun live zu sehen war. Sondern, da durch die kritische Betrachtung der Ausstellung  die Darstellungen historischer Sachverhalte überprüft, Alternativen in der Reflexion diskutiert und weitere Aspekte des historischen Denkens geschult werden konnten.

Text: Daniel Lomp

Bilder: Barbara Habner