Archäologie – spannend und lebendig

31.07.2018 - 18:58:35 bis 20:59:00

Vorträge des Archäologen Mario Becker am Görres-Gymnasium: Wie lebten die Römer? Was zogen sie an? Was aßen sie? Für diese Fragen interessieren sich viele Schülerinnen und Schüler, doch der Lateinunterricht gibt nicht immer genügend Antworten.

Wie lebten die Römer? Was zogen sie an? Was aßen sie? Für diese Fragen interessieren sich viele Schülerinnen und Schüler, doch der Lateinunterricht gibt nicht immer genügend Antworten. Denn selbstverständlich muss dort vor allem auch die lateinische Sprache gelernt und die Literatur und Geisteswelt vermittelt werden. Um hier Abhilfe zu schaffen, hat die Fachschaft Latein mit der großzügigen Hilfe des Fördervereins eine Veranstaltung durchgeführt, die es in dieser Form am Görres noch nie gegeben hat: Der hessische Archäologe Mario Becker hielt für unsere Schülerinnen und Schüler an einem Vormittag zwei Vorträge in der Aula über das römische Alltagsleben.

Den Beginn machte einen Vortrag für die untere Mittelstufe, die Jahrgänge 7 und 8, in dem Herr Becker der Frage nachging, wie ein Kind des gleichen Alters seinen Alltag gestaltete. Dabei boten die interaktiven Materialien, die er mitgebracht hatte, vielerlei Möglichkeiten zur Veranschaulichung. So wurde ein Schüler als junger Senator mit Hilfe zweier „Sklaven“ angekleidet, eine Schülerin als adlige junge Frau. Der Vortrag war also keineswegs theoretisch, sondern extrem lebendig und kurzweilig. Immer wieder machte Herr Becker Ausflüge zu verwandten Themen und bewies seine immensen Fachkenntnisse. Den Höhepunkt bildete die Verkleidung eines Schülers als Gladiator: Unter dem schweren Kettenhemd, seinem Helm und der wehrhaften Armschiene wurde dem Kandidaten so richtig heiß.

Der zweite Vortrag war nicht weniger lebendig, wenngleich das Thema auch etwas abstrakter war: es ging um die römische Wohnkultur, um „Villen und Paläste in der römischen Welt“. Zielgruppe war hier die obere Mittelstufe, die Jahrgänge 9 und 10 sowie die Oberstufe. Mit einer Fülle von Bildmaterial veranschaulichte der Referent die römische Architektur des alltäglichen Wohnens, natürlich mit dem Schwerpunkt vor allem auf den archäologisch gut dokumentierten Häusern der Reichen. Beeindruckendes Beispiel für diese Wohnkultur war zum Beispiel die Villa dei papyri von Caesars Schwiegervater Calpurnius Piso aus Herculaneum, die durch den reichen Amerikaner Paul Getty in Los Angeles nachgebaut wurde.

Äußeres Peristyl, Großer Gartenhof der Villa, Bild von SailkoCC BY-SA 3.0

Herr Becker, der jahrelang als Museumpädagoge gearbeitet hat, selbst wissenschaftlich publiziert hat und bis heute an der Universität Frankfurt als Dozent tätig ist, überzeugte seine jugendlichen Zuhörer aber nicht nur durch sein umfassendes Wissen, mit Hilfe dessen er jede spontane Frage beantwortete, sondern vor allem durch seine humorvolle, lebendige und lehrselige Vortragsweise. Archäologie, so lernten die Schülerinnen und Schüler an diesem Vormittag, ist keine trockene Wissenschaft, sondern eine spannende Angelegenheit. Und so bleibt zu hoffen, dass auch die Motivation für den Unterricht bei dem einen oder der anderen unterstützt werden konnte!!