Abiturprüfungsordnung

Vom 21. Juli 2010

Inhaltsübersicht

Teil 1

Allgemeines

§ 1 Geltungsbereich

§ 2 Geltung für Abendgymnasien und Kollegs

§ 3 Zweck der Prüfung

§ 4 Information der Schülerinnen und Schüler

§ 5 Prüfungskommission, Fachprüfungsausschüsse

§ 6 Zuhörende

§ 7 Verschwiegenheitspflicht

Teil 2

Voraussetzung für die Abiturprüfung, Gesamtqualifikation

§ 8 Leistungsbewertung

§ 9 Gesamtqualifikation

§ 10 Qualifikation in Block I (Qualifikationsphase)

§ 11 Qualifikation in Block I (Qualifikationsphase) an Abendgymnasien

§ 12 Qualifikation in Block II (Prüfungsbereich)

Teil 3

Einleitung und Durchführung der Abiturprüfung

§ 13 Umfang und Gliederung der Abiturprüfung

§ 14 Prüfungstermine

§ 15 Meldung zur schriftlichen Prüfung im neunjährigen Bildungsgang

§ 16 Meldung und Zulassung zur schriftlichen Prüfung im achtjährigen

Bildungsgang und bei beruflichen Gymnasien

§ 17 Art der schriftlichen Prüfung

§ 18 Aufgabenstellung

§ 19 Durchführung der schriftlichen Prüfung

§ 20 Bewertung der schriftlichen Arbeiten

§ 21 Zulassung zur mündlichen Prüfung im neunjährigen Bildungsgang bei

Gymnasien und Integrierten Gesamtschulen

§ 22 Einleitung der mündlichen Prüfung im achtjährigen Bildungsgang und bei

beruflichen Gymnasien

§ 23 Durchführung der mündlichen Prüfung

§ 24 Ergebnis der Prüfung

§ 25 Latinum, Graecum

§ 26 Zeugnis der allgemeinen Hochschulreife

Teil 4

Besondere Verfahrensbestimmungen

§ 27 Einsichtnahme

§ 28 Rücktritt, Versäumnis

§ 29 Täuschungshandlungen, ordnungswidriges Verhalten

§ 30 Änderung von Prüfungsentscheidungen

§ 31 Wiederholung der Prüfung

§ 32 Sonderregelung für behinderte Prüflinge

Teil 5

Besondere Formbestimmung

§ 33 Ausschluss der elektronischen Form

Teil 6

Schlussbestimmungen

§ 34 Übergangsbestimmung

§ 35 Inkrafttreten

Anlage 1: Tabelle für die Bildung eines Prüfungsergebnisses bei schriftlicher und

mündlicher Prüfung bei vier Prüfungsfächern, wenn keine besondere

Lernleistung eingebracht wird

Anlage 2: Tabelle für die Bildung eines Prüfungsergebnisses bei schriftlicher und

mündlicher Prüfung bei fünf Prüfungsfächern bzw. bei vier

Prüfungsfächern und Einbringung der besonderen Lernleistung

Anlage 3: Umrechnung der Punktzahl der Gesamtqualifikation in eine

Durchschnittsnote

Aufgrund des § 53 Abs. 1 in Verbindung mit § 45 Abs. 4 Satz 1 Nr. 4 des

Schulgesetzes vom 30. März 2004 (GVBl. S. 239), zuletzt geändert durch Gesetz

vom 22. Dezember 2009 (GVBl. S. 418), BS 223-1, und des § 11 des

Privatschulgesetzes in der Fassung vom 4. September 1970 (GVBl. S. 372), zuletzt

geändert durch Artikel 10 des Gesetzes vom 27. Oktober 2009 (GVBl. S. 358), BS

223-7, wird im Benehmen mit dem Landeselternbeirat verordnet:

Teil 1

Allgemeines

§ 1

Geltungsbereich

Diese Verordnung gilt für die öffentlichen Gymnasien, die beruflichen Gymnasien, die

staatlichen Kollegs, die öffentlichen Abendgymnasien, die Integrierten Gesamtschulen

und die entsprechenden staatlich anerkannten Ersatzschulen in freier Trägerschaft.

§ 2

Geltung für Abendgymnasien und Kollegs

(1) Die Bestimmungen für die beruflichen Gymnasien gelten für die Kollegs und die

Abendgymnasien entsprechend, soweit nachstehend nichts anderes bestimmt ist.

(2) Im Kolleg und im Abendgymnasium entsprechen die Halbjahre eins und zwei der

Einführungsphase den Halbjahren 11/1 und 11/2 und die Halbjahre eins bis vier der

Qualifikationsphase den Halbjahren 12/1, 12/2, 13/1 und 13/2 der Oberstufe des

beruflichen Gymnasiums.

§ 3

Zweck der Prüfung

(1) Mit dem Bestehen der Abiturprüfung wird die allgemeine Hochschulreife erworben.

(2) Die Prüfung richtet sich nach den zu erwerbenden Kompetenzen und den fachlichen

Inhalten der Lehrpläne der jeweiligen Fächer sowie den weiteren schulartspezifischen

Vorgaben.

§ 4

Information der Schülerinnen und Schüler

Die Prüfungsbestimmungen werden den Schülerinnen und Schülern in der

Einführungsphase erläutert. Die Abiturprüfungsordnung muss ihnen in der Schule

zugänglich sein.

§ 5

Prüfungskommission, Fachprüfungsausschüsse

(1) Für die Vorbereitung und die Durchführung der Prüfung ist, soweit diese Verordnung

nichts anderes bestimmt, die Prüfungskommission verantwortlich. Die

Prüfungskommission besteht aus

1. der Schulleiterin oder dem Schulleiter oder der ständigen Vertreterin oder dem

ständigen Vertreter als vorsitzendes Mitglied,

2. der für die Oberstufe verantwortlichen Lehrkraft mit besonderen Aufgaben und

3. einer bis drei Fachlehrkräften, die die Schulleiterin oder der Schulleiter bestimmt.

Das vorsitzende Mitglied muss die Befähigung für das Lehramt an Gymnasien oder für

das Lehramt an berufsbildenden Schulen besitzen.

(2) Für jedes mündliche Prüfungsfach (§ 13 Abs. 4) wird mindestens ein

Fachprüfungsausschuss gebildet. Dem Fachprüfungsausschuss gehören an:

1. eine Lehrkraft der Schule als vorsitzendes Mitglied,

2. eine Lehrkraft, die die Schülerin oder den Schüler in der Qualifikationsphase in dem

betreffenden Fach unterrichtet hat, als Fachprüferin oder Fachprüfer und

3. eine Lehrkraft der Schule als Protokoll führendes Mitglied.

Kann aus besonderen Gründen die zuständige Fachlehrkraft nicht Fachprüferin oder

Fachprüfer sein, bestimmt die Schulleiterin oder der Schulleiter eine andere

Fachlehrkraft. Aus besonderen Gründen kann eine Lehrkraft einer anderen Schule die

Protokollführung übernehmen; die Entscheidung trifft die Schulleiterin oder der

Schulleiter.

(3) Die Prüfungskommission ist beschlussfähig, wenn das vorsitzende Mitglied und

mindestens zwei weitere Mitglieder anwesend sind. Der Fachprüfungsausschuss ist

beschlussfähig, wenn alle Mitglieder anwesend sind.

(4) Die Prüfungskommission und die Fachprüfungsausschüsse treffen ihre

Entscheidungen mit Stimmenmehrheit der anwesenden Mitglieder; Stimmenthaltung ist

nicht zulässig. Bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des vorsitzenden

Mitglieds. Die Regelung des § 23 Abs. 7 bleibt unberührt.

(5) Die vorsitzenden Mitglieder der Fachprüfungsausschüsse und weitere Lehrkräfte

können in den Sitzungen der Prüfungskommission gehört werden.

(6) Eine Vertreterin oder ein Vertreter der Schulbehörden kann - auch zeitweise - bei

einer Sitzung der Prüfungskommission oder eines Fachprüfungsausschusses beratend

teilnehmen oder den Vorsitz übernehmen. Bei einer Prüfung kann sie oder er auch den

Vorsitz übernehmen und übt dann anstelle des vorsitzenden Mitglieds das Stimmrecht

aus. Dies gilt entsprechend für das vorsitzende Mitglied der Prüfungskommission bei

Sitzungen der Fachprüfungsausschüsse und bei Prüfungen.

(7) Mitglieder der Prüfungskommission und der Fachprüfungsausschüsse können bei

Prüfungen von Angehörigen im Sinne des § 20 Abs. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes

nicht tätig werden.

§ 6

Zuhörende

(1) Die Lehrkräfte der Schule sind als Zuhörende an mündlichen Prüfungen

einschließlich der Beratung und der Leistungsbewertung zugelassen. Die Lehrkräfte

anderer Schulen können von der Schulbehörde als Zuhörende an mündlichen

Prüfungen an öffentlichen Schulen, einschließlich der Beratung und

Leistungsbewertung, zugelassen werden.

(2) Bei Schulen in freier Trägerschaft kann bei mündlichen Prüfungen einschließlich der

Beratung und der Leistungsbewertung auch eine Vertreterin oder ein Vertreter des

Schulträgers anwesend sein; Lehrkräfte anderer Schulen können mit Genehmigung des

Schulträgers als Zuhörende zugelassen werden.

(3) Mitglieder des Schulelternbeirates, die Schülersprecherin oder der Schülersprecher

oder eine Vertreterin oder ein Vertreter, eine Vertreterin oder ein Vertreter des

kommunalen Schulträgers und, mit Genehmigung der Schulbehörde, auch andere

dienstlich interessierte Personen können bei der mündlichen Prüfung anwesend sein,

jedoch nicht bei der Beratung und der Leistungsbewertung. Die Anwesenheit bei der

Beratung und der Leistungsbewertung kann von der Schulbehörde nur im Einzelfall bei

Vorliegen eines besonderen dienstlichen Interesses gestattet werden. Der Prüfling kann

die Anwesenheit der in Satz 1 genannten Personen bei seiner Prüfung ablehnen.

§ 7

Verschwiegenheitspflicht

Die Mitglieder der Prüfungskommission und der Fachprüfungsausschüsse sowie bei der

mündlichen Prüfung anwesende Personen sind zur Verschwiegenheit verpflichtet;

soweit sie nicht im öffentlichen Dienst stehen oder Lehrkräfte an einer staatlich

anerkannten Ersatzschule sind, haben sie sich gegenüber der Schulleiterin oder dem

Schulleiter schriftlich zur Verschwiegenheit zu verpflichten.

Teil 2

Voraussetzung für die Abiturprüfung, Gesamtqualifikation

§ 8

Leistungsbewertung

(1) Die Leistungen in der Einführungs- und der Qualifikationsphase, im Kolleg und im

Abendgymnasium in der Qualifikationsphase sowie in der Abiturprüfung sind wie folgt

zu benoten:

sehr gut (1) = eine Leistung, die den Anforderungen in besonderem Maße

entspricht;

gut (2) = eine Leistung, die den Anforderungen voll entspricht;

befriedigend (3) = eine Leistung, die im Allgemeinen den Anforderungen entspricht;

ausreichend (4) = eine Leistung, die zwar Mängel aufweist, aber im Ganzen den

Anforderungen noch entspricht;

mangelhaft (5) = eine Leistung, die den Anforderungen nicht entspricht, jedoch

erkennen lässt, dass die notwendigen Grundkenntnisse

vorhanden sind und die Mängel in absehbarer Zeit behoben

werden könnten;

ungenügend (6) = eine Leistung, die den Anforderungen nicht entspricht und bei

der selbst die Grundkenntnisse so lückenhaft sind, dass die

Mängel in absehbarer Zeit nicht behoben werden können.

(2) Die Noten werden nach folgendem Schlüssel in Punkte umgesetzt:

sehr gut (1) = 15/14/13 Punkte,

gut (2) = 12/11/10 Punkte,

befriedigend (3) = 9/8/7 Punkte,

ausreichend (4) = 6/5/4 Punkte,

mangelhaft (5) = 3/2/1 Punkte,

ungenügend (6) = 0 Punkte.

§ 9

Gesamtqualifikation

(1) Die Gesamtqualifikation ist die Voraussetzung für den Erwerb der allgemeinen

Hochschulreife. Sie ergibt sich als Summe der Gesamtergebnisse aus Block I

(Qualifikationsphase §§ 10 und 11) und Block II (Prüfungsbereich § 12).

(2) Ein mit der Punktzahl 0 abgeschlossener Kurs kann nicht in Block I

(Qualifikationsphase) eingebracht werden. Wird ein verpflichtend einzubringender Kurs

mit der Punktzahl 0 abgeschlossen, kann die Gesamtqualifikation nur im Wege der

Wiederholung erreicht werden.

(3) In jedem der beiden Blöcke muss mindestens ein Drittel der jeweiligen

Höchstpunktzahl erreicht werden. Ein Punkteausgleich zwischen den beiden Blöcken

ist nicht zulässig.

(4) Werden Teile der Qualifikationsphase wiederholt, können nur die Ergebnisse des

letzten Durchgangs in die Gesamtqualifikation eingebracht werden; § 21 Abs. 6 und

§ 31 Abs. 2 Satz 2 bleiben unberührt.

§ 10

Qualifikation in Block I (Qualifikationsphase)

(1) In Block I der Gesamtqualifikation sind aus der Qualifikationsphase 35 Kurse, sofern

nachfolgend nicht anders bestimmt, einfach gewertet einzubringen.

(2) Unter den 35 einzubringenden Kursen müssen sein:

1. in den innerhalb der Pflichtstundenzahl belegten Fächern,

a) vier Kurse in Deutsch,

b) vier Kurse in einer fortgeführten Fremdsprache, am Kolleg in einer

Fremdsprache,

c) vier Kurse in Mathematik,

d) vier Kurse in einer Naturwissenschaft,

e) vier Kurse in einem gesellschaftswissenschaftlichen Fach,

f) ein Kurs in einer zweiten Fremdsprache oder in einer zweiten Naturwissenschaft

oder in Informatik oder bei beruflichen Gymnasien in Informationsverarbeitung,

g) zwei Kurse in einem künstlerischen Fach, mit Ausnahme an Kollegs,

h) zusätzlich bei beruflichen Gymnasien, Fachrichtung Wirtschaft

jeweils ein Kurs in Betriebswirtschaftslehre/Rechnungswesen,

Volkswirtschaftslehre und Gemeinschaftskunde,

i) zusätzlich an Kollegs

mindestens ein Kurs in Chemie, falls Biologie schriftliches Prüfungsfach ist,

2. in allen drei Leistungsfächern jeweils die vier Kurse der Qualifikationsphase; die

Kurse von zwei Leistungsfächern werden doppelt gewertet,

3. im vierten und gegebenenfalls fünften Prüfungsfach (§ 13 Abs. 4) jeweils die vier

Kurse der Qualifikationsphase.

(3) Wird ein oder mehr als ein Kurs in einem innerhalb der Pflichtstundenzahl belegten

Grundfach eingebracht, so ist der Kurs aus dem letzten Halbjahr der

Qualifikationsphase einzubringen. Dies gilt auch bei einem Wechsel innerhalb der

Fächer Evangelische Religionslehre, Katholische Religionslehre und Ethikunterricht.

(4) In einem außerhalb der Pflichtstundenzahl belegten Grundfach kann ein oder mehr

als ein Kurs aus der Qualifikationsphase eingebracht werden.

(5) Ist im neunjährigen Bildungsgang und im beruflichen Gymnasium innerhalb der

Pflichtstundenzahl kein künstlerisches Fach durchgehend belegt worden, so sind die

Kurse im künstlerischen Fach aus den Halbjahren 12/1 und 12/2 einzubringen. Wird

dieses Fach in der Jahrgangsstufe 13 fortgeführt, so kann auch dieser Kurs, bei

beruflichen Gymnasien können diese Kurse, eingebracht werden.

(6) Es können höchstens drei Kurse des Grundfachs Sport eingebracht werden. War

der Prüfling vom Sportunterricht befreit und musste stattdessen ein anderes Grundfach

belegen, können bis zu vier Kurse dieses Faches eingebracht werden.

(7) Wer im neunjährigen Bildungsgang, im achtjährigen Bildungsgang und an

beruflichen Gymnasien erst ab der Einführungsphase am Unterricht in einer zweiten

Pflichtfremdsprache teilgenommen und in der Qualifikationsphase einen Kurs in dieser

Fremdsprache mit der Punktzahl 0 abgeschlossen hat, kann die Gesamtqualifikation

nur im Wege der Wiederholung erreichen. Aus dieser Fremdsprache sind zwei Kurse

der Qualifikationsphase, darunter der Kurs des Prüfungshalbjahres, einzubringen. Wer

an Kollegs erst ab der Einführungsphase am Unterricht in einer zweiten

Pflichtfremdsprache teilgenommen hat, kann die Gesamtqualifikation nur erreichen,

wenn die Einführungsphase und zwei von vier Kursen der Qualifikationsphase mit

mindestens der Note „ausreichend“ oder alle vier Kurse der Qualifikationsphase mit

mindestens der Note „ausreichend“ abgeschlossen wurden. Soll mit dieser

Fremdsprache die Verpflichtung zur Einbringung von vier fremdsprachlichen Kursen

(Absatz 2 Nr. 1 Buchst. b) erfüllt werden, so sind alle vier Kurse einzubringen.

(8) An Gymnasien und Integrierten Gesamtschulen kann zusätzlich das Ergebnis einer

Facharbeit in einem der drei Leistungsfächer, die Punktzahl einfach gewertet,

eingebracht werden, wenn mindestens die Note „ausreichend“ (fünf Punkte) erzielt

wurde.

(9) An beruflichen Gymnasien und Kollegs wird anstelle der Facharbeit ein zusätzlicher

Kurs eingebracht.

(10) Das Gesamtergebnis in Block I berechnet sich wie folgt:

40

44

= •

P

EI

Ein nicht ganzzahliges Ergebnis wird mathematisch gerundet.

Dabei sind:

E I = Gesamtergebnis in Block I

P = insgesamt erzielte Punkte in den eingebrachten Kursen und gegebenenfalls der

Facharbeit.

Für die Qualifikation in Block I müssen mindestens 200 Punkte und können höchstens

600 Punkte erreicht werden. Dabei dürfen unter den eingebrachten Kursen höchstens

sieben mit weniger als 5 Punkten und darf kein Ergebnis mit 0 Punkten sein.

§ 11

Qualifikation in Block I (Qualifikationsphase) an Abendgymnasien

(1) In Block I der Gesamtqualifikation sind aus der Qualifikationsphase 22 Kurse, sofern

nachfolgend nicht anders bestimmt, einfach gewertet einzubringen.

(2) Unter den 22 einzubringenden Kursen müssen sein:

1. in den innerhalb der Pflichtstundenzahl belegten Grundfächern,

a) vier Kurse in Deutsch,

b) vier Kurse in einer Fremdsprache,

c) vier Kurse in Mathematik,

d) zwei Kurse in einer Naturwissenschaft,

e) zwei Kurse in einem gesellschaftswissenschaftlichen Fach,

2. aus dem Bereich der Leistungsfächer jeweils die vier Kurse der Qualifikationsphase;

die Kurse von zwei Leistungsfächern werden doppelt gewertet,

3. im vierten und gegebenenfalls fünften Prüfungsfach (§ 13 Abs. 4) jeweils die vier

Kurse der Qualifikationsphase.

(3) Wer erst ab der Einführungsphase am Unterricht in einer zweiten

Pflichtfremdsprache teilgenommen hat, kann die Gesamtqualifikation nur erreichen,

wenn die Einführungsphase und zwei von vier Kursen der Qualifikationsphase mit

mindestens der Note „ausreichend“ oder alle vier Kurse der Qualifikationsphase mit

mindestens der Note „ausreichend“ abgeschlossen wurden.

Soll mit dieser Fremdsprache die Verpflichtung zur Einbringung von vier

fremdsprachlichen Kursen (Absatz 2 Nr. 1 Buchst. b) erfüllt werden, so sind alle vier

Kurse einzubringen. Im Übrigen gelten die Bestimmungen des § 10 Abs. 3 und 4.

(4) Das Gesamtergebnis in Block I berechnet sich wie folgt:

40

30

= •

P

EI

Ein nicht ganzzahliges Ergebnis wird mathematisch gerundet.

Dabei sind:

E I = Gesamtergebnis in Block I

P = insgesamt erzielte Punkte in den eingebrachten Kursen.

Für die Qualifikation im Block I müssen mindestens 200 Punkte und können höchstens

600 Punkte erreicht werden. Dabei dürfen unter den eingebrachten Kursen höchstens

vier mit weniger als 5 Punkten und darf kein Ergebnis mit 0 Punkten sein.

§ 12

Qualifikation in Block II (Prüfungsbereich)

(1) In die Qualifikation in Block II (Prüfungsbereich) sind einzubringen:

1. soweit in einem Fach nur schriftlich oder nur mündlich geprüft wurde, die in der

Prüfung erbrachten Leistungen, bei vier Prüfungsfächern in fünffacher Wertung, bei

fünf Prüfungsfächern in vierfacher Wertung;

2. soweit in einem Fach schriftlich und mündlich geprüft wurde, werden die Punkte der

schriftlichen Prüfung mit zwei Drittel, die der mündlichen Prüfung mit einem Drittel

multipliziert; die Ergebnisse werden addiert und zur Ermittlung des

Gesamtergebnisses in Block II bei vier Prüfungsfächern mit fünf, bei fünf

Prüfungsfächern mit vier multipliziert; Bruchteile von Punkten bleiben beim

Gesamtergebnis unberücksichtigt (siehe Anlagen 1 und 2).

(2) Eine „besondere Lernleistung“ kann rechnerisch wie ein fünftes Prüfungsfach

eingebracht werden oder das fünfte Prüfungsfach ersetzen. In letzterem Fall muss die

„besondere Lernleistung“ dem fünften Prüfungsfach zugeordnet sein. Eine absolvierte

Prüfung kann nicht ersetzt werden.

(3) In Block II müssen mindestens 100 Punkte und können höchstens 300 Punkte

erreicht werden. Dabei müssen im Falle von vier Prüfungsfächern in mindestens zwei

Fächern jeweils mindestens 5 Punkte erzielt werden. Im Falle von fünf Prüfungsfächern

müssen in mindestens drei Fächern jeweils mindestens 5 Punkte erzielt werden.

Teil 3

Einleitung und Durchführung der Abiturprüfung

§ 13

Umfang und Gliederung der Abiturprüfung

(1) Die Abiturprüfung erstreckt sich auf Unterrichtsfächer, die eines der folgenden

Prüfungsprofile abdecken müssen:

1. das mathematisch-naturwissenschaftliche Prüfungsprofil mit den Fächern

a) Mathematik,

b) eine Naturwissenschaft,

c) ein Fach aus dem gesellschaftswissenschaftlichen Aufgabenfeld

d) sowie entweder Deutsch oder eine Fremdsprache,

2. das sprachliche Prüfungsprofil mit den Fächern

a) Deutsch,

b) eine Fremdsprache,

c) ein Fach aus dem gesellschaftswissenschaftlichen Aufgabenfeld

d) sowie entweder Mathematik oder eine Naturwissenschaft.

Evangelische oder Katholische Religionslehre oder das Fach Ethikunterricht kann das

gesellschaftswissenschaftliche Fach im Abiturprüfungsprofil ersetzen.

Informatik oder Informationsverarbeitung kann die Naturwissenschaft im mathematischnaturwissenschaftlichen

Prüfungsprofil ersetzen.

Bei beruflichen Gymnasien ersetzen die Fächer Technik und Gesundheit die

Naturwissenschaft. Betriebswirtschaftslehre/Rechnungswesen, Volkswirtschaftslehre,

Pädagogik und Psychologie ersetzen das Fach aus dem gesellschaftswissenschaftlichen

Aufgabenfeld.

(2) Die Abiturprüfung gliedert sich in eine schriftliche und eine mündliche Prüfung.

(3) Schriftliche Prüfungsfächer sind die drei Leistungsfächer des Prüflings (erstes,

zweites und drittes Prüfungsfach).

(4) Mündliches Prüfungsfach (viertes Prüfungsfach und gegebenenfalls fünftes

Prüfungsfach) sind nach Wahl des Prüflings Fächer, die in der gymnasialen Oberstufe

ab der Einführungsphase, am Kolleg und am Abendgymnasium ab dem ersten Halbjahr

der Qualifikationsphase, durchgehend belegt worden sind. Prüflinge des beruflichen

Gymnasiums können die zweite Fremdsprache wählen, auch wenn sie in der

Jahrgangsstufe 11 nicht am Unterricht in dieser Sprache teilgenommen haben. Für die

Wahl gilt Folgendes:

1. Das mündliche vierte Prüfungsfach ergänzt die drei schriftlichen Prüfungsfächer so,

dass eines der in Absatz 1 Satz 1 genannten Prüfungsprofile vollständig erfasst ist.

Nur wenn dadurch keines der in Absatz 1 Satz 1 genannten Prüfungsprofile

vollständig erfasst ist, muss ein fünftes Prüfungsfach gewählt werden. Dieses kann

auch durch eine „besondere Lernleistung“ in dem entsprechenden Fach abgedeckt

werden.

2. Wird durch das vierte Prüfungsfach eines der beiden Abiturprüfungsprofile

vollständig erfasst, kann ein Grundfach als freiwilliges fünftes Prüfungsfach gewählt

werden.

3. Das Grundfach Sport kann nicht mündliches Prüfungsfach sein.

(5) Der Prüfling kann sich zu einer mündlichen Prüfung zusätzlich in einem oder

mehreren seiner schriftlichen Prüfungsfächer melden.

§ 14

Prüfungstermine

(1) Die Prüfung findet im neunjährigen Bildungsgang in der Jahrgangsstufe 13, im

achtjährigen Bildungsgang im Halbjahr 12/2 statt.

(2) Die Prüfungstermine werden vom fachlich zuständigen Ministerium festgesetzt und

bekannt gegeben.

§ 15

Meldung zur schriftlichen Prüfung im neunjährigen Bildungsgang

(1) Spätestens am ersten Unterrichtstag nach Erhalt des Zeugnisses des Halbjahres

12/2 meldet sich der Prüfling schriftlich bei der Schulleiterin oder dem Schulleiter zur

schriftlichen Prüfung.

(2) In die Jahrgangsstufe 13 tritt ein, wer die Qualifikation in Block I (§ 10) erreichen

kann.

(3) Wer die Voraussetzungen des Absatzes 2 nicht erfüllt und in die Jahrgangsstufe 13

nicht eintreten darf, dem wird dies durch die Schulleiterin oder den Schulleiter innerhalb

von zwei Tagen nach der Zeugniskonferenz unter Angabe der Gründe schriftlich

mitgeteilt.

(4) Schülerinnen und Schüler, die sich zur schriftlichen Prüfung nicht fristgerecht

melden oder in die Jahrgangsstufe 13 nicht eintreten dürfen, besuchen nach den

Sommerferien den Unterricht des Halbjahres 12/1. Wer bereits zwei Halbjahre in der

Oberstufe wiederholt hat, muss die Schule verlassen und erhält ein Abgangszeugnis mit

den Noten und Punktzahlen des Halbjahres 12/2.

§ 16

Meldung und Zulassung zur schriftlichen Prüfung

im achtjährigen Bildungsgang und

bei beruflichen Gymnasien

(1) Spätestens am zweiten Unterrichtstag nach Erhalt des Zeugnisses des Halbjahres

12/1 im achtjährigen Bildungsgang oder des Halbjahres 13/1 im beruflichen Gymnasium

meldet sich der Prüfling schriftlich bei der Schulleiterin oder dem Schulleiter zur

schriftlichen Prüfung.

(2) In das Prüfungshalbjahr tritt ein, wer die Qualifikation in Block I (§§ 10 und 11)

erreichen kann.

(3) Wer die Voraussetzungen des Absatzes 2 nicht erfüllt, darf in das Prüfungshalbjahr

nicht eintreten; die von der Prüfungskommission getroffene Entscheidung teilt die

Schulleiterin oder der Schulleiter der Schülerin oder dem Schüler innerhalb einer

Woche unter Angabe der Gründe schriftlich mit.

(4) Wer sich zur schriftlichen Prüfung nicht meldet oder in das Prüfungshalbjahr nicht

eintreten darf, besucht im achtjährigen Bildungsgang den Unterricht des Halbjahres

11/2, im beruflichen Gymnasium den Unterricht des Halbjahres 12/2. Würde der erneute

Besuch der Halbjahre 11/2 und 12/1 oder 12/2 und 13/1 zu einer Überschreitung der

Höchstverweildauer von vier Jahren in der Oberstufe führen, muss die Schülerin oder

der Schüler die Schule verlassen und erhält ein Abgangszeugnis mit den Noten und

Punktzahlen des Halbjahres 12/1 im achtjährigen Bildungsgang oder des Halbjahres

13/1 im beruflichen Gymnasium.

(5) Am vierten Unterrichtstag vor Beginn der schriftlichen Prüfung wird das Zeugnis des

Prüfungshalbjahres ausgegeben. Mit der Ausgabe des Zeugnisses endet der Unterricht

des Prüfungshalbjahres.

(6) Spätestens am zweiten Unterrichtstag nach der Zeugnisausgabe benennt der

Prüfling unwiderruflich das vierte und gegebenenfalls das fünfte Prüfungsfach für die

mündliche Prüfung (§ 13 Abs. 4). Gleichzeitig teilt er verbindlich mit, welche Kurse in die

Qualifikation in Block I eingebracht und welche außerhalb der Pflichtstundenzahl

erzielten Leistungen in das Abiturzeugnis aufgenommen werden sollen.

(7) Zur schriftlichen Prüfung wird zugelassen, wer die Qualifikation im Block I erreicht

hat.

(8) Über die Zulassung zur schriftlichen Prüfung entscheidet die Prüfungskommission.

Die Schulleiterin oder der Schulleiter teilt die Entscheidung dem Prüfling am zweiten

Unterrichtstag nach der Ausgabe des Halbjahreszeugnisses 12/2 im achtjährigen

Bildungsgang und des Halbjahreszeugnisses 13/2 im beruflichen Gymnasium mit. Eine

Nichtzulassung ist schriftlich mitzuteilen und zu begründen.

(9) Wer nicht zugelassen wird, weil die Qualifikation in Block I nicht erreicht worden ist

(Absatz 7), besucht den Unterricht des Halbjahres 11/2 im achtjährigen Bildungsgang

oder des Halbjahres 12/2 im beruflichen Gymnasium, ohne dass ein Zeugnis für dieses

Halbjahr ausgestellt wird. Wer die Oberstufe bereits im achten Halbjahr besucht, muss

die Schule verlassen und erhält ein Abgangszeugnis mit den Noten und Punktzahlen

des Prüfungshalbjahres.

§ 17

Art der schriftlichen Prüfung

(1) Die Prüfung besteht aus je einer schriftlichen Arbeit im ersten, zweiten und dritten

Prüfungsfach (§ 13 Abs. 3).

(2) Ist Sport schriftliches Prüfungsfach, tritt an die Stelle der schriftlichen Arbeit eine

besondere Fachprüfung, die auch einen schriftlichen Teil enthält.

§ 18

Aufgabenstellung

(1) Jede Schule legt dem fachlich zuständigen Ministerium für die schriftlichen

Prüfungsfächer Aufgabenvorschläge mit Leistungsfachanforderungen vor. Im Einzelnen

sind jeweils vorzulegen:

1. für Gymnasien, Kollegs, Abendgymnasien, Integrierte Gesamtschulen und berufliche

Gymnasien:

Deutsch: vier Aufgaben, von denen das fachlich zuständige

Ministerium drei Aufgaben auswählt, die dem

Prüfling zur Wahl gestellt werden;

Fremdsprachen: je Fach zwei Aufgaben, von denen das fachlich

zuständige Ministerium eine zur Bearbeitung

auswählt;

gesellschaftswissenschaftliches

Fach:

je Fach drei Aufgaben aus verschiedenen

Gebieten, von denen das fachlich zuständige

Ministerium zwei Aufgaben auswählt, die dem

Prüfling zur Wahl gestellt werden;

Informatik: drei Aufgaben, von denen das fachlich zuständige

Ministerium zwei Aufgaben zur Bearbeitung

auswählt;

Mathematik: vier Aufgaben aus verschiedenen Gebieten, von

denen das fachlich zuständige Ministerium drei

Aufgaben zur Bearbeitung auswählt;

Naturwissenschaften: je Fach drei Aufgaben aus verschiedenen

Gebieten, von denen das fachlich zuständige

Ministerium zwei Aufgaben zur Bearbeitung

auswählt;

2. zusätzlich für Gymnasien, Kollegs und Integrierte Gesamtschulen:

Religionslehre und

Philosophie:

je Fach drei Aufgaben aus verschiedenen

Gebieten, von denen das fachlich zuständige

Ministerium zwei Aufgaben auswählt, die dem

Prüfling zur Wahl gestellt werden;

3. zusätzlich für Gymnasien und Integrierte Gesamtschulen:

Bildende Kunst, Musik: je Fach drei Aufgaben aus verschiedenen

Gebieten, die nicht nur einer Aufgabenart

angehören; das fachlich zuständige Ministerium

wählt zwei Aufgaben aus, die dem Prüfling zur

Wahl gestellt werden;

Sport: zwei Aufgaben aus verschiedenen Gebieten, die

nicht nur einer Aufgabenart angehören; das

fachlich zuständige Ministerium wählt eine

Aufgabe zur Bearbeitung aus;

4. zusätzlich für berufliche Gymnasien:

Betriebswirtschaftslehre/ je Fach vier Aufgaben aus verschiedenen

Rechnungswesen, Volkswirtschaftslehre

und Technik

Gebieten, von denen das fachlich zuständige

Ministerium drei Aufgaben zur Bearbeitung

auswählt;

Informationsverarbeitung: drei Aufgaben, von denen das fachlich zuständige

Ministerium zwei Aufgaben zur Bearbeitung

auswählt;

Gesundheit, Pädagogik und

Psychologie:

je Fach drei Aufgaben, von denen das fachlich

zuständige Ministerium zwei Aufgaben zur

Bearbeitung auswählt.

(2) Die Aufgaben für die schriftliche Prüfung müssen aus verschiedenen Sachgebieten

der Lehrpläne für die Qualifikationsphase entnommen sein; dabei sind im neunjährigen

Bildungsgang und im beruflichen Gymnasium mindestens zwei Halbjahre der

Qualifikationsphase, darunter mindestens eines der Jahrgangsstufe 13, zu

berücksichtigen, beim achtjährigen Bildungsgang mindestens zwei Halbjahre der

Qualifikationsphase, darunter mindestens eines der Jahrgangsstufe 12. Die Aufgaben

müssen eine selbstständige Lösung erfordern.

(3) Die Fachlehrkraft der Jahrgangsstufe der Abiturprüfung schlägt im Einvernehmen

mit der Schulleiterin oder dem Schulleiter und gegebenenfalls im Benehmen mit den

Fachlehrkräften der vorausgegangenen Halbjahre dem fachlich zuständigen

Ministerium die Aufgaben einschließlich der Hilfen und Hilfsmittel vor; in allen Fächern

ist ein Regelwerk der deutschen Rechtschreibung, bei Arbeiten im Fach Englisch ein

einsprachiges Wörterbuch, bei Arbeiten in anderen Fremdsprachen auch ein

zweisprachiges Wörterbuch zugelassen. Die Herkunft von Texten sowie von der

Lehrkraft vorgenommene Änderungen oder Kürzungen müssen in den

Aufgabenvorschlägen vermerkt werden. Die Aufgabenvorschläge sind geheim zu

halten.

(4) Das fachlich zuständige Ministerium entscheidet, welche Vorschläge Gegenstand

der Prüfung werden. Nicht geeignete Vorschläge werden geändert. Die Umschläge mit

den Aufgaben dürfen erst zu Beginn der jeweiligen schriftlichen Prüfung geöffnet

werden. Aus wichtigem Grund kann das fachlich zuständige Ministerium Ausnahmen

zulassen.

§ 19

Durchführung der schriftlichen Prüfung

(1) Vor Beginn der schriftlichen Prüfung werden die Prüflinge auf die Bestimmungen

über Täuschungshandlungen (§§ 29 und 30 Abs. 1) hingewiesen. Die Belehrung ist von

allen zur Prüfung zugelassenen Prüflingen schriftlich zu bestätigen.

(2) Die Arbeiten werden unter Aufsicht von mindestens zwei Lehrkräften angefertigt.

(3) Über den Verlauf der schriftlichen Prüfung ist von einem der Aufsichtführenden eine

Niederschrift zu fertigen und zu unterzeichnen. In diese sind aufzunehmen:

1.der Beginn und das Ende der Prüfung,

2. die Namen der Aufsichtführenden mit Angaben ihrer Aufsichtszeit,

3. die Sitzordnung der Prüflinge (als Anlage),

4. ein Vermerk auf den Hinweis nach Absatz 1,

5. die Zeiten, in denen einzelne Prüflinge den Prüfungsraum verlassen haben,

6. der Zeitpunkt der Abgabe der schriftlichen Arbeiten,

7. ein Vermerk über besondere Vorkommnisse; Fehlanzeige ist erforderlich.

(4) Die Bearbeitungszeit für jede Arbeit beträgt vier, in Deutsch, Bildende Kunst und

Musik fünf Zeitstunden; hierzu rechnet nicht die Zeit für die Durchsicht der Texte, der

Materialien und der Aufgabenstellung.

(5) Für die Arbeiten einschließlich der Konzepte sind von der Schule einheitlich

gekennzeichnete Bogen bereitzustellen; die Verwendung anderer Bogen ist unzulässig.

Der Prüfling trägt seine Personalien mit Angabe der Schule am Kopf der ersten Seite

ein. Die erste Seite und ein Rand jeder weiteren Seite sind für Eintragungen

freizulassen. Die Seiten der Reinschrift sind fortlaufend zu nummerieren. Sämtliche

Anlagen sind mit dem Namen des Prüflings zu versehen und mit der Reinschrift

abzugeben.

(6) Bei den Arbeiten dürfen nur die vom fachlich zuständigen Ministerium genehmigten

Hilfsmittel benutzt werden.

§ 20

Bewertung der schriftlichen Arbeiten

(1) Jede schriftliche Arbeit wird von der zuständigen Fachlehrkraft beurteilt und gemäß

§ 8 bewertet (Erstkorrektur). Kann aus besonderen Gründen die zuständige

Fachlehrkraft nicht die Erstkorrektur übernehmen, bestimmt das vorsitzende Mitglied

der Prüfungskommission eine andere Fachlehrkraft für die Erstkorrektur.

(2) Jede Arbeit wird von einer zweiten Fachlehrkraft durchgesehen (Zweitkorrektur), die

von dem vorsitzenden Mitglied der Prüfungskommission bestimmt wird. Sie schließt

sich der Bewertung nach Absatz 1 an oder fertigt eine eigene Beurteilung und

Bewertung. Weicht diese von dem Ergebnis der Erstkorrektur ab, entscheidet das

vorsitzende Mitglied der Prüfungskommission. Es kann zuvor eine weitere Fachlehrkraft

gutachtlich hören.

(3) Die endgültige Beurteilung, die erteilte Note und die entsprechende Punktzahl

werden auf der ersten Seite der Arbeit von der nach Absatz 1 zuständigen Fachlehrkraft

eingetragen und von dieser und der zweiten Fachlehrkraft unterschrieben.

(4) Korrekturzeichen und Bemerkungen dürfen nur am Rand der Bogen angebracht

werden. Im Text werden die beanstandeten Stellen nur durch Unterstreichen kenntlich

gemacht.

(5) Ist die Reinschrift nicht vollständig, können Entwürfe zur Bewertung herangezogen

werden, wenn sie zusammenhängend entworfen und lesbar ausgeführt sind und wenn

die Reinschrift etwa drei Viertel des erkennbar angestrebten Gesamtumfangs umfasst.

(6) Unbeschadet der besonderen Anforderungen im Fach Deutsch und in den

Fremdsprachen führen schwerwiegende und gehäufte Verstöße gegen die sprachliche

Richtigkeit oder die äußere Form zu einem Abzug von einem oder zwei Punkten der

einfachen Wertung für die Arbeit.

(7) Die Note des schriftlichen Teils der besonderen Fachprüfung im Fach Sport (§ 17

Abs. 2) macht die Hälfte der Note der besonderen Fachprüfung aus.

§ 21

Zulassung zur mündlichen Prüfung im neunjährigen Bildungsgang bei

Gymnasien und Integrierten Gesamtschulen

(1) Spätestens am sechsten Unterrichtstag vor Beginn der mündlichen Prüfung wird das

Zeugnis der Jahrgangsstufe 13 ausgegeben. Gleichzeitig werden den Prüflingen die

Noten und Punktzahlen der Abiturarbeiten schriftlich mitgeteilt. Mit der Ausgabe des

Zeugnisses endet der Unterricht der Jahrgangsstufe 13.

(2) Spätestens am zweiten Unterrichtstag nach der Zeugnisausgabe benennt der

Prüfling unwiderruflich das vierte Prüfungsfach für die mündliche Prüfung und

gegebenenfalls das fünfte Prüfungsfach und zusätzliche mündliche Prüfungsfächer

(§ 13 Abs. 4 und 5). Gleichzeitig teilt er verbindlich mit, welche Kurse in die Qualifikation

in Block I (Qualifikationsphase) eingebracht und welche außerhalb der

Pflichtstundenzahl erzielten Leistungen in das Abiturzeugnis aufgenommen werden

sollen. Die Prüfungskommission kann, wenn der Prüfling bei der Benennung seiner

mündlichen Prüfungsfächer von unzutreffenden Voraussetzungen ausgegangen ist, im

Einvernehmen mit dem Prüfling spätestens bis zum Abschluss seiner mündlichen

Prüfung eine Prüfung in einem weiteren Prüfungsfach ansetzen, falls die begründete

Aussicht besteht, dass diese Prüfung zum Erreichen der Qualifikation im

Prüfungsbereich führt.

(3) Zur mündlichen Prüfung wird zugelassen, wer die Qualifikation in Block I

(Qualifikationsphase) erreicht hat und die Qualifikation in Block II (Prüfungsbereich)

erreichen kann.

(4) Über die Zulassung zur mündlichen Prüfung entscheidet die Prüfungskommission.

Die Schulleiterin oder der Schulleiter teilt die Entscheidung dem Prüfling spätestens

zwei Unterrichtstage vor Beginn der mündlichen Prüfung mit. Eine Nichtzulassung ist

schriftlich mitzuteilen und zu begründen.

(5) Wer nicht zugelassen wird, weil er die Qualifikation in Block I (Qualifikationsphase)

nicht erreicht hat, besucht den Unterricht des Halbjahres 12/2. Falls er die Oberstufe

bereits im vierten Jahr besucht, muss er die Schule verlassen und erhält ein

Abgangszeugnis mit den Noten und Punktzahlen der Jahrgangsstufe 13; dieses

Zeugnis enthält keine Noten aus der schriftlichen Prüfung.

(6) Wer das Halbjahr 12/2 gemäß Absatz 5 Satz 1 wiederholt, behält die nach § 15 Abs.

2 erworbene Zulassung zur Jahrgangsstufe 13. Er erhält ein neues Halbjahreszeugnis

12/2, in das die Noten des ersten Durchgangs übernommen werden. Er hat jedoch die

Möglichkeit, in einem belegten Fach oder in mehreren belegten Fächern am Ende des

Halbjahres 12/2 eine mündliche Prüfung abzulegen. Diese Prüfung wird von der

Fachlehrkraft abgenommen. Der Verlauf der Prüfung ist durch eine weitere Lehrkraft zu

protokollieren. Die Prüfungszeit und die Vorbereitungszeit betragen jeweils in der Regel

20 Minuten. Prüfungsgegenstand ist der Stoff, der seit dem erneuten Eintritt der

Schülerin oder des Schülers in das Halbjahr 12/2 behandelt wurde. Sofern durch die

Prüfung eine Verbesserung der Punktzahl erreicht wird, wird eine neue Halbjahresnote

12/2 erteilt. Die neue Punktzahl für das Halbjahr 12/2 errechnet sich aus der im ersten

Durchgang erzielten Punktzahl für das Halbjahr 12/2 und der Punktzahl der mündlichen

Prüfung im Verhältnis 2 : 1; gegebenenfalls ist auf- oder abzurunden.

(7) Wer nicht zugelassen wird, weil er die Qualifikation in Block II (Prüfungsbereich)

nicht erreichen kann, für den gilt die Prüfung als nicht bestanden.

(8) Die Prüfungskommission kann im Einvernehmen mit dem Prüfling auf die

Durchführung einer mündlichen Prüfung im ersten, zweiten und dritten Prüfungsfach

verzichten, insbesondere wenn die Qualifikation im Prüfungsbereich (§ 12) bereits

erreicht worden ist.

§ 22

Einleitung der mündlichen Prüfung im achtjährigen Bildungsgang und bei

beruflichen Gymnasien

(1) Spätestens am vierten Unterrichtstag vor dem Beginn der mündlichen Prüfung

werden dem Prüfling die Noten und Punktzahlen der Abiturarbeiten schriftlich mitgeteilt.

(2) Spätestens am ersten Unterrichtstag nach der Mitteilung gemäß Absatz 1 kann er

zusätzliche Prüfungsfächer für die mündliche Prüfung benennen (§ 13 Abs. 5).

(3) Die Prüfungskommission kann im Einvernehmen mit dem Prüfling auf die

Durchführung einer mündlichen Prüfung im ersten, zweiten und dritten Prüfungsfach

verzichten, insbesondere wenn die Qualifikation im Prüfungsbereich (§ 12) bereits

erreicht worden ist. Die Prüfungskommission kann, wenn der Prüfling bei der

Benennung seiner mündlichen Prüfungsfächer von unzutreffenden Voraussetzungen

ausgegangen ist, im Einvernehmen mit dem Prüfling spätestens bis zum Abschluss

seiner mündlichen Prüfung eine Prüfung in einem weiteren Prüfungsfach ansetzen, falls

die begründete Aussicht besteht, dass diese Prüfung zum Erreichen der Qualifikation im

Prüfungsbereich führt.

(4) Ist die Qualifikation im Prüfungsbereich nicht mehr erreichbar, findet eine mündliche

Prüfung nicht statt; die Prüfung gilt dann als nicht bestanden.

§ 23

Durchführung der mündlichen Prüfung

(1) Vor Beginn der mündlichen Prüfung werden die Mitglieder des

Fachprüfungsausschusses (§ 5 Abs. 2) darüber informiert, welche Punktzahl der

Prüfling im Prüfungsbereich erreicht hat und gegebenenfalls welche Punktzahl in der

mündlichen Prüfung zum Bestehen erforderlich ist.

(2) Die mündliche Prüfung wird von dem Fachprüfungsausschuss abgenommen. Die

Prüfungszeit beträgt in der Regel 20 Minuten.

(3) In der mündlichen Prüfung wird der Prüfling einzeln geprüft. Das Prüfungsgespräch

führt die Fachprüferin oder der Fachprüfer. Das vorsitzende Mitglied des

Fachprüfungsausschusses ist berechtigt, das Prüfungsgespräch zeitweise zu führen.

(4) Die Vorbereitungszeit für die mündliche Prüfung beträgt etwa 20 Minuten. Sie kann

vom vorsitzenden Mitglied verlängert werden, insbesondere wenn dies zum Nachweis

praktischer Fähigkeiten in einem Fach erforderlich ist.

(5) Die Sachgebiete der vom Prüfling selbstständig zu bearbeitenden Prüfungsaufgaben

müssen den Lehrplänen der Qualifikationsphase entnommen und mindestens zwei

Halbjahren der Qualifikationsphase zuzuordnen sein.

(6) Die Prüfungsaufgaben werden dem Prüfling schriftlich vorgelegt. Während der

Vorbereitung, die unter Aufsicht stattfindet, darf sich der Prüfling Aufzeichnungen als

Grundlage für seine Ausführungen machen. Im Prüfungsgespräch sind vor allem

größere fachliche und überfachliche Zusammenhänge zu berücksichtigen.

(7) Das vorsitzende Mitglied setzt unter Berücksichtigung der Vorschläge der

Fachprüferin oder des Fachprüfers und des Protokoll führenden Mitglieds die Note und

die Punktzahl für die mündliche Prüfung fest.

(8) Über jede mündliche Prüfung fertigt das Protokoll führende Mitglied eine gesonderte

Niederschrift an. Die Niederschrift muss die Namen der Mitglieder des

Fachprüfungsausschusses und des Prüflings, Beginn und Ende der Prüfung, die

Prüfungsaufgaben, den Verlauf der Prüfung und die Note mit der Punktzahl enthalten.

Aus der Niederschrift muss hervorgehen, in welchem Umfang der Prüfling die

Prüfungsaufgaben selbstständig oder mit Hilfe lösen konnte. Die schriftlich gestellten

Aufgaben und gegebenenfalls die Aufzeichnungen des Prüflings sind der Niederschrift

beizufügen. Sie ist von allen Mitgliedern des Fachprüfungsausschusses zu

unterzeichnen.

§ 24

Ergebnis der Prüfung

(1) Das Ergebnis der mündlichen Prüfung wird dem Prüfling spätestens am Tag seiner

letzten mündlichen Prüfung mitgeteilt. Sofort nach der Mitteilung entscheidet er, ob eine

„besondere Lernleistung" (§ 12 Abs. 2) in die Qualifikation im Prüfungsbereich

eingebracht wird.

(2) Die Abiturprüfung hat bestanden, wer die Qualifikation in Block II (Prüfungsbereich)

erreicht hat.

(3) Die Prüfungskommission stellt das Ergebnis der Abiturprüfung fest. Es ist dem

Prüfling mitzuteilen und im Fall des Nichtbestehens schriftlich zu begründen.

(4) Die Prüfungskommission stellt ferner die von dem Prüfling erreichte Punktzahl der

Gesamtqualifikation nach § 9 Abs. 1 fest und ermittelt nach der Anlage 3 die

Durchschnittsnote.

(5) Wer die Prüfung nicht bestanden hat und sie wiederholen kann, besucht nach der

Mitteilung des Nichtbestehens im neunjährigen Bildungsgang und im beruflichen

Gymnasium den Unterricht des Halbjahres 12/2, im achtjährigen Bildungsgang den

Unterricht des Halbjahres 11/2. Im achtjährigen Bildungsgang wird für das Halbjahr 11/2

und im beruflichen Gymnasium für das Halbjahr 12/2 kein Zeugnis ausgestellt. Die

Schulleiterin oder der Schulleiter kann eine Beurlaubung für die Dauer von höchstens

14 Tagen aussprechen.

(6) Wer die Prüfung nicht bestanden hat und die Schule verlässt, erhält im neunjährigen

Bildungsgang ein Abgangszeugnis mit den Noten und Punktzahlen der Jahrgangsstufe

13, beim achtjährigen Bildungsgang des Halbjahres 12/2 und bei beruflichen

Gymnasien des Halbjahres 13/2; dieses Zeugnis enthält keine Noten aus der

schriftlichen oder mündlichen Prüfung.

§ 25

Latinum, Graecum

(1) Der erfolgreich abgeschlossene Unterricht in Latein (Latinum) oder in Griechisch

(Graecum) wird auf dem Zeugnis der allgemeinen Hochschulreife bescheinigt, wenn die

vom fachlich zuständigen Ministerium festgelegten Voraussetzungen erfüllt sind.

(2) Wer Latein oder Griechisch als Abiturprüfungsfach gewählt hat und darin

mindestens 5 Punkte erreicht, hat das Latinum oder Graecum erworben, wenn im

Übrigen die vom fachlich zuständigen Ministerium festgelegten Voraussetzungen erfüllt

sind.

(3) Sofern die Schülerin oder der Schüler Unterricht in Latein oder Griechisch im

neunjährigen Bildungsgang und dem beruflichen Gymnasium ab der Jahrgangsstufe 11

oder im achtjährigen Bildungsgang ab Jahrgangsstufe 10 erhalten hat, kann das

Latinum oder Graecum durch eine gesonderte Prüfung im zeitlichen Zusammenhang

mit der Abiturprüfung erworben werden. Die Zusammensetzung des

Prüfungsausschusses richtet sich nach § 5 Abs. 2 . Die gesonderte Prüfung besteht aus

einem schriftlichen und einem mündlichen Teil:

1. In der schriftlichen Prüfung ist die Fähigkeit nachzuweisen, lateinische oder

griechische Originaltexte im sprachlichen Schwierigkeitsgrad einer inhaltlich

anspruchsvolleren Textstelle in Inhalt, Aufbau und Aussage zu erfassen und sachlich

richtig und treffend ins Deutsche zu übersetzen, bei einem lateinischen Text im

Umfang von etwa 180 Wörtern oder bei einem griechischen Text im Umfang von

etwa 195 Wörtern. Die Arbeitszeit beträgt 180 Minuten.

2. Wer die schriftliche Prüfung mit der Note „ungenügend" abschließt, wird zur

mündlichen Prüfung nicht zugelassen; die Prüfung ist nicht bestanden.

3. Grundlage der mündlichen Prüfung ist ein lateinischer Text im Umfang von etwa 50

Wörtern oder ein griechischer Text im Umfang von etwa 60 Wörtern, dessen

Schwierigkeitsgrad den unter Nummer 1 genannten Anforderungen entsprechen soll.

An die Übersetzung soll sich ein Prüfungsgespräch anschließen, das dem Nachweis

eines vertieften Verständnisses der vorgelegten Textstelle und erforderlichenfalls

dem Nachweis hinreichender Kenntnisse in der Elementargrammatik dient. Die

mündliche Prüfung dauert in der Regel 20 Minuten; eine Vorbereitungszeit von etwa

30 Minuten ist zu gewähren.

4. Die Ergebnisse der schriftlichen und mündlichen Prüfung werden bei der Bildung der

Gesamtnote im Verhältnis 1 : 1 gewertet; die Prüfung ist bestanden, wenn

mindestens die Gesamtnote „ausreichend" (5 Punkte) erzielt wurde.

5. Über die bestandene Prüfung wird ein Zeugnis ausgestellt; es ist von dem

vorsitzenden Mitglied des Prüfungsausschusses zu unterzeichnen und mit dem

Dienstsiegel zu versehen. Das Zeugnis wird erst nach bestandener Abiturprüfung

zusammen mit dem Zeugnis der allgemeinen Hochschulreife ausgehändigt.

§ 26

Zeugnis der allgemeinen Hochschulreife

(1) Wer die Prüfung bestanden hat, erhält das Zeugnis der allgemeinen Hochschulreife.

Als Tag des Bestehens der Abiturprüfung ist der Tag der Bekanntgabe des Ergebnisses

der Prüfung anzugeben.

(2) Das Abiturzeugnis wird von dem vorsitzenden Mitglied der Prüfungskommission

unterzeichnet. Es ist mit dem Siegel der Schule, bei der Prüfung einer staatlich

anerkannten Ersatzschule in freier Trägerschaft auch mit dem Dienstsiegel der

Schulbehörde zu versehen.

(3) Eine zweite Ausfertigung des Zeugnisses verbleibt bei der Schule.

(4) Mit dem Zeitpunkt der Aushändigung oder der Zustellung des Zeugnisses ist das

Schulverhältnis beendet.

Teil 4

Besondere Verfahrensbestimmungen

§ 27

Einsichtnahme

Der Prüfling kann innerhalb eines Jahres nach Abschluss der gesamten Prüfung

Einsicht in seine schriftlichen Arbeiten und in die Niederschrift seiner mündlichen

Prüfung nehmen. Das Recht der Einsichtnahme steht bei minderjährigen Prüflingen

auch den Erziehungsberechtigten zu. Die Einsichtnahme ist nur im Beisein der

Schulleiterin oder des Schulleiters oder einer von ihr oder ihm beauftragten Person

zulässig. Die Schulleiterin oder der Schulleiter bestimmt den Termin der Einsichtnahme.

§ 28

Rücktritt, Versäumnis

(1) Ein Rücktritt nach Beginn des ersten Prüfungsteils ist nicht zulässig.

(2) Ist ein Prüfling durch Krankheit oder sonstige von ihm nicht zu vertretende

Umstände an der Ablegung der Prüfung oder eines Prüfungsteils verhindert, so ist dies

in geeigneter Weise unverzüglich nachzuweisen. Bei Erkrankung ist ein ärztliches

Zeugnis vorzulegen; das vorsitzende Mitglied der Prüfungskommission kann die

Vorlage eines amtsärztlichen Zeugnisses verlangen. Es entscheidet, ob eine von dem

Prüfling nicht zu vertretende Verhinderung gegeben ist. Liegt eine solche Verhinderung

vor, bestimmt das vorsitzende Mitglied einen neuen Prüfungstermin. Bereits erbrachte

Prüfungsleistungen werden angerechnet.

(3) Versäumt ein Prüfling durch von ihm zu vertretende Umstände einen Prüfungsteil

oder verweigert er diese Leistung, gilt die Prüfung insgesamt als nicht bestanden.

(4) Als Prüfungsteile gelten jede der drei schriftlichen Prüfungen, die mündliche Prüfung

im vierten sowie gegebenenfalls im fünften Prüfungsfach und jede zusätzliche

mündliche Prüfung (§ 13 Abs. 3 bis 5).

§ 29

Täuschungshandlungen, ordnungswidriges Verhalten

(1) Wer unerlaubt Hilfsmittel benutzt oder sonst zu täuschen versucht oder Beihilfe dazu

leistet oder zu leisten versucht, kann sofort von der die Aufsicht führenden Lehrkraft

oder von dem vorsitzenden Mitglied des Fachprüfungsausschusses verwarnt oder von

der Prüfungskommission gemäß Absatz 3 zur Wiederholung der Prüfungsleistung

verpflichtet werden. In schweren Fällen kann von der Prüfungskommission für die

Prüfungsleistung die Note „ungenügend" festgesetzt oder der Ausschluss von der

weiteren Teilnahme an der Prüfung angeordnet werden. In der Regel ist ein schwerer

Fall anzunehmen, wenn die Täuschungshandlung bereits längere Zeit ausgeführt

wurde, wenn sie nach intensiver Vorbereitung begonnen oder durchgeführt wurde oder

wenn der dadurch erzielte Vorteil geeignet war, die Bewertung maßgeblich zu

beeinflussen.

(2) Wer während der Prüfung erheblich gegen die Ordnung verstößt, kann sofort von

der die Aufsicht führenden Lehrkraft oder von dem vorsitzenden Mitglied des

Fachprüfungsausschusses verwarnt werden oder in schweren Fällen durch die

Prüfungskommission gemäß Absatz 3 von der Teilnahme an der weiteren Prüfung

ausgeschlossen werden. Ein schwerer Fall liegt vor, wenn ein Prüfling durch sein

Verhalten die Prüfung so schwerwiegend behindert, dass es nicht möglich ist, seine

Prüfung oder die anderer Prüflinge ordnungsgemäß durchzuführen.

(3) Die Entscheidung über die Wiederholung der Prüfungsleistung, eine Bewertung der

Prüfungsleistung mit der Note „ungenügend" oder den Ausschluss von der weiteren

Teilnahme an der Prüfung trifft die Prüfungskommission nach Anhören des Prüflings

und der die Aufsicht führenden Lehrkraft. Bis zu der Entscheidung setzt der Prüfling die

Prüfung fort, es sei denn, dass zur ordnungsgemäßen Weiterführung der Prüfung ein

vorläufiger Ausschluss durch die die Aufsicht führende Lehrkraft oder das vorsitzende

Mitglied des Fachprüfungsausschusses unerlässlich ist.

(4) Bei einem Ausschluss von der weiteren Teilnahme an der Prüfung gilt die Prüfung

als nicht bestanden.

(5) Über den Beschluss der Prüfungskommission nach Absatz 3 ist eine Niederschrift

anzufertigen. Die Entscheidung ist dem Prüfling schriftlich mitzuteilen und muss, sofern

auf Wiederholung der Prüfungsleistung oder den Ausschluss von der weiteren

Teilnahme an der Prüfung entschieden worden ist, eine Begründung enthalten

.

§ 30

Änderung von Prüfungsentscheidungen

(1) Entscheidungen über Prüfungsleistungen und über das Prüfungsergebnis können

geändert werden, wenn nachträglich Täuschungen bekannt werden. Einzelne Noten

können herabgesetzt, die Prüfung kann auch für nicht bestanden erklärt werden. Die

Entscheidung trifft die Schulbehörde nach Anhören der oder des Betroffenen. Die

Mitglieder der Prüfungskommission und, soweit erforderlich, des

Fachprüfungsausschusses sollen vor der Entscheidung gehört werden. Eine Änderung

ist ausgeschlossen, wenn seit dem Tage der Ausfertigung des Abiturzeugnisses drei

Jahre vergangen sind.

(2) Schreib- und Rechenfehler sowie ähnliche offenbare Unrichtigkeiten in den

Prüfungsunterlagen und Zeugnissen werden von der Schule von Amts wegen oder auf

Antrag berichtigt.

§ 31

Wiederholung der Prüfung

(1) Wer die Prüfung nicht bestanden hat oder wessen Prüfung als nicht bestanden gilt

oder für nicht bestanden erklärt worden ist, kann, sofern er die Schule weiterhin

besucht, die Prüfung einmal wiederholen. Dies gilt auch dann, wenn die

Höchstverweildauer in der Oberstufe bereits erreicht wurde.

(2) Der Prüfling wiederholt im neunjährigen Bildungsgang das Halbjahr 12/2 und die

Jahrgangsstufe 13, im achtjährigen Bildungsgang die Halbjahre 12/1 und 12/2, bei

beruflichen Gymnasien die Halbjahre 13/1 und 13/2, und behält seine innerhalb der

Pflichtstundenzahl belegten Fächer bei. Im Übrigen gelten § 21 Abs. 6 entsprechend

und § 24 Abs. 5. Kann er aus schulischen Gründen in einem Fach keinen Unterricht

erhalten, ist ihm die Möglichkeit zu geben, in diesem Fach ohne Besuch von

Unterrichtsveranstaltungen in angemessenem Umfang Leistungsnachweise zu

erbringen.

(3) Für die Wiederholungsprüfung gelten dieselben Bedingungen wie für den ersten

Prüfungsdurchgang.

(4) Eine zweite Wiederholung ist nur in besonderen Ausnahmefällen zulässig; über

einen entsprechenden Antrag entscheidet das fachlich zuständige Ministerium.

(5) Eine bestandene Prüfung kann nicht wiederholt werden.

§ 32

Sonderregelung für behinderte Prüflinge

Für Prüflinge mit Behinderungen hat das vorsitzende Mitglied der Prüfungskommission

auf Antrag die zum Ausgleich der Behinderung erforderlichen Arbeitserleichterungen

der äußeren Prüfungsbedingungen zuzulassen.

Teil 5

Besondere Formbestimmung

§ 33

Ausschluss der elektronischen Form

Die Meldung zur Abiturprüfung, die Anfertigung von Arbeiten, die Aufnahme von

Niederschriften im Prüfungsverfahren sowie die Erteilung von Zeugnissen in

elektronischer Form sind ausgeschlossen. Die Möglichkeit, den Computer bei der

Anfertigung von Arbeiten als Hilfsmittel gemäß § 18 Abs. 3 zuzulassen, bleibt unberührt.

Teil 6

Schlussbestimmungen

§ 34

Übergangsbestimmung

Diese Verordnung gilt erstmals für Schülerinnen und Schüler, die im Schuljahr

2011/2012 die Jahrgangsstufe 11 besuchen. Für Schülerinnen und Schüler, die im

Schuljahr 2011/2012 die Jahrgangsstufe 12 oder 13 besuchen, gelten die bisherigen

Bestimmungen weiter.

§ 35

Inkrafttreten

(1) Diese Verordnung tritt am 1. August 2011 in Kraft.

(2) Gleichzeitig tritt vorbehaltlich der Regelung in § 34 Satz 2 die Abiturprüfungsordnung

vom 14. Juli 1999 (GVBl. S. 175), zuletzt geändert durch Verordnung vom 12. Januar

2006 (GVBl. S. 25) BS 223-1-12, außer Kraft.

Mainz, den 21.Juli 2010

Die Ministerin für Bildung, Wissenschaft,