Profiltage

Im Rahmen der Profiltage bieten wir unseren Schülerinnen und Schülern in allen Jahrgangsstufen vielfältige Möglichkeiten, sich mit völlig verschiedenen Zugangsweisen der Antike zu nähern. Während dieser drei Tage beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler intensiv und mit einem Thema und haben die Möglichkeit, häufig auch jahrgangsübergreifend, Aspekte des römischen Lebens und der römischen Kultur kennen zu lernen. 

Archäologische Projekte

Die Archäologie der Antike wird in der Öffentlichkeit immer wieder durch spektakuläre Ausstellungen und Funde breit wahrgenommen. Das gilt gerade auch für die provinzialrömische Archäologie Deutschlands, d.h. die materiellen Hinterlassenschaften der römischen Kultur in den ehemaligen Provinzen Germania superior und inferior bzw. Gallia Belgica (für Süddeutschland noch Raetia und Noricum). Der Limes, die teilrekonstruierten Villae rusticae und Limeskastelle (Saalburg, Limeskastell Pohl) oder ganze Archäologieparks (wie z. B. auf dem Gebiet der ehemaligen Colonia Ulpia Traiana, dem heutigen Xanten) sind heute touristische Attraktionen, die von vielen Familien in ihrer Freizeit besucht werden. Weniger bekannt, doch nicht minder bedeutend (und darüber hinaus kostenlos für jedermann zugänglich) ist ein Bauwerk hier in den Rheinlanden: Die Wasserleitung, die das römische Köln über ca. 100 km aus der Eifel (Nähe Bad Münstereifel) mit Frischwasser versorgte, eines der größten römischen Technikbauwerke nördlich der Alpen. Mit dem Besuch solcher Monumente lässt sich anschaulich erleben, wie die Römer gelebt und ihre Zivilisation hier in Deutschland entfaltet haben, sodass sie die Grundlage unserer heutigen Kultur werden konnte.

Trotzdem spielt die Archäologie im Schulunterricht aus Zeitgründen sowohl im Fach Latein als auch im Fach Geschichte leider häufig eine untergeordnete Rolle. Um dennoch dem großen Interesse, das viele Schülerinnen und Schüler an diesem Gebiet haben, zu begegnen und so die Motivation für das Lateinlernen noch weiter zu steigern, nutzen zwei Kollegen des Fachbereiches die alljährlichen Profiltage regelmäßig, um archäologische Exkursionen durchzuführen. Das jeweilige Thema wird im Vorfeld am ersten Projekttag theoretisch erarbeitet und dann am zweiten Tag in einer durch den Förderverein großzügig bezuschussten Exkursion vor Ort lebendig vor Augen gestellt. 

Spuren suchen – Spuren legen - Auf den Spuren der Römer im Koblenzer Stadtwald

In der unmittelbaren Nähe von Koblenz finden sich im Koblenzer Stadtwald zahlreiche Spuren der Römer. Diese zu entdecken, ist eines der Ziele dieses Projektes. Auf verschiedenen Routen wandern die Schülerinnen und Schüler durch den Koblenzer Stadtwald und stoßen etwa auf die Überreste eines alten Tempels, einer alten Römerstraße oder eines römischen Gutshofes. Auf der Basis von Sachinformationen zu den verschiedenen Aspekten römischen Lebens, die mit den Bauwerken verbunden sind, hinterlassen die Schülerinnen und Schüler an diesen Stellen passend zum römischen Vorbild eigene Spuren. So bauen sie etwa am römischen Tempel aus Steinen, Moos, Ästen oder Blättern, die sie im Wald finden, ein eigenes Kultbild oder einen eigenen kleinen Tempel. Am dritten Projekttag dokumentieren sie ihre Erkenntnisse und Erfahrungen und präsentieren sie den Besucher des Sommerfestes, indem sie etwa einen eigenen Wanderführer „Auf den Spuren der Römer“ erstellen.

Mythen 2.0

- ein Projekt zum existentiellen Transfer mythologischer Inhalte

Percy Jackson, die Fantasy-Buchreihe des US-amerikanischen Autors Rick Riordan, basiert auf der griechischen Mythologie, die englische Schriftstellerin Joanne K. Rowling verarbeitet in ihrer Geschichte rund um Harry Potter neben bestimmten mythischen Figuren und Kreaturen (z.B. Phönix, Kerberos, Zentauren) auch komplette mythologische Stoffe… 

Mythen begegnen unseren Schülerinnen und Schülern nicht nur im Latein- oder Griechischunterricht, sondern auch in der modernen (Jugend-)literatur. Hier werden sie teilweise umgewandelt und neu interpretiert oder modernisiert. Doch auch in unsere Alltagssprache haben es mythologische Stoffe geschafft: So mancher mag schon einmal mit einer niemals endenden Aufgabe konfrontiert worden sein, eben einer richtigen „Sisyphusarbeit“. Vielleicht ist das unordentliche Zimmer, das dringend aufgeräumt werden muss, aber auch eher eine Herkulesaufgabe, die nach übermenschlichen Kräften verlangt?!

An den Projekttagen 2017 haben sich 20 Schülerinnen und Schüler mit antiken Mythen beschäftigt, diese interpretiert und in andere Darstellungsformen gebracht. Der Fantasie waren dabei keine Grenzen gesetzt: Die Schülerinnen und Schüler sind in die Fußstapfen von J.K. Rowling getreten und haben eigene Geschichten verfasst, in der mythologische Figuren zu Akteuren geworden sind. Sie haben Mythen modernisiert in Form von einem Schauspiel, einer Fotostory und Gedichten. So konnte auf kreative Art und Weise gezeigt werden, wie uns die mythologischen Stoffe von vorgestern auch heute noch betreffen, und ihnen durch die kreative Umwälzung eine moderne, ganz persönliche Note gegeben werden!

Latein und Astronomie

Zu den Projekttagen im Schuljahr 2016/17 wurden unter dem Überthema „Astronomie für alle“ 3 Projekte angeboten. Die Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis 7 beschäftigten sich mit „Sonne, Mond und Sterne“, während für die höheren Klassen „Der Urknall“ oder „Sternbilder und ihre antiken Mythen“ zur Wahl standen. Am ersten Tag wurde in den jeweiligen Projekten zum Thema gearbeitet. Die Schülerinnen und Schüler der Mythen-Gruppe durften sich aus verschiedenen Sternbildern ihren Favoriten auswählen und in Kleingruppen dazu entsprechende lateinische Originaltexte z. B. aus Ovids Metamorphosen und Fasten oder Hygins Fabeln übersetzen. Am zweiten Tag konnten die Gruppen ihre Ergebnisse vom Vortag vervollständigen und den Schülerinnen und Schülern der anderen Kleingruppen ihre Sternbilder und deren Besonderheiten vorstellen. Außerdem erhielten alle Gruppen die Gelegenheit im mobilen Observatorium von Sessenbach tiefere Einblicke ins Universum zu gewinnen. Dazu erhielt jede Gruppe eine ca. eineinhalb stündige Vorführung. Dank der großzügigen Spende des Fördervereinswar es für alle Schülerinnen und Schüler der drei Projekte möglich, das Observatorium kostenlos zu besuchen. Am dritten Tag wurden die Ergebnisse der Gruppen in Präsentationen zusammengefasst, die am Schulfest ausgestellt wurden.

Lateinisches Theaterspiel - Die lateinische Sprache lebt!

Mit großer Begeisterung und Freude lassen die Schülerinnen und Schüler die lateinische Sprache lebendig werden:  In dem Theaterstück „Ausflug ins Alte Rom“ unternehmen die Schauspieler eine Zeitreise in die ewige Stadt und lernen für ein paar Stunden den Alltag römischer Schüler kennen.  Im Rahmen der Projektwoche kann dieses Stück drei Tage lang mit Schülern der Orientierungsstufe intensiv eingeübt werden – die Aufführungen erfreuen sich regelmäßig großen Zuspruchs und lassen so manchen Zuschauer, der der lateinischen Sprache nicht mächtig ist, überrascht zurück – Latein kann fließend gesprochen und sogar verstanden werden! 

Für die Schülerinnen und Schüler bleibt das Theaterspielen eine nachhaltige Erfahrung und erhöht die Motivation für den Lateinunterricht.

Latein und Mathematik:

Mathematik im alten Rom

In den vergangenen Jahren wurde immer wieder entweder als Projekt an den Projekttagen oder als Wiederholungseinheit am Ende der 6. Klasse der Lernzirkel „Mathematik im alten Rom“ angeboten. Dieser fachübergreifende Lernzirkel soll die Schülerinnen und Schüler in die interessante und aufregende Welt des römischen Weltreichs und in das Alltagsleben der Römer einführen. Der junge Quintus zeigt ihnen dabei einige Merkwürdigkeiten seiner Welt über die man sich nur wundern kann: Römische Häuser haben ein Loch im Dach, aber keine Fenster! Das römische Zahlsystem macht Rechnen fast unmöglich! Die Stunde ist im Sommer länger als im Winter! Viele spannende Informationen können die Schülerinnen und Schüler hier sammeln: Wie und wann wurde Rom gegründet; Römische Namenskunde; Wie wohnten die Römer; Der römische Kalender; antiker Theaterbesuch; Wasser für Rom; Römische Spiele; Römisches Militärleben. Dabei üben sie vergnüglich und ganz mühelos Mathematik im antiken Kontext: Kopfrechnen im Bereich der Grundrechenarten; Berechnung von Flächen, Umfängen und Rauminhalten; Umrechnung unterschiedlicher Maßeinheiten; Bruchrechnung; Rechnen mit Größen; unterschiedliche Zahlensysteme.

Antike zum Anfassen:

Museumskoffer der „RömerWelt“ Rheinbrohl am Tag der offenen Tür

An Rhein und Mosel lassen sich zahlreiche Spuren römischen Lebens finden. So liegt unser Gymnasium in unmittelbarer Nähe zum obergermanisch-raetischen Limes, einem 550 Kilometer langem Abschnitt der ehemaligen Außengrenze des Römischen Reichs zwischen Rhein und Donau. Er beginnt ganz in der Nähe von Koblenz: in Rheinbrohl. Dort, am caput limitis, liegt das Erlebnis-Museum „RömerWelt“. Am Tag der offenen Tür bieten wir in Zusammenarbeit mit Mitarbeitern der RömerWelt Einblicke in das Leben der Römer am Limes. In einem Museumskoffer werden originalgetreue Reproduktionen aus dem römischen Alltag dargeboten. Ein kleiner Ausschnitt aus all dem, was die Römer hier an der Grenze zu Germanien tagtäglich umgab und was sie beim Wohnen, beim Arbeiten und beim Vergnügen vor Augen hatten oder in der Hand hielten, kann von den Schülerinnen und Schülern nicht nur angeschaut, sondern auch benutzt werden. Dazu zählen Gegenstände aus den Bereichen Schönheitspflege, Essen und Trinken, Medizin oder Schule. 

Vieles macht die römische Kultur für die Schülerinnen und Schüler auf diese Weise erfahrbar:  

So benutze man zur Römerzeit nur einen Löffel aus Metall oder Holz, den cochlear,zum Essen - und die Finger. Eine Gabel sucht man im Museumskoffer vergeblich. Denn die vornehme Bevölkerungsschicht legte sich zum Essen auf ein gewinkeltes Speisesofa, das triclinium.Man aß auf einer Seite liegend und auf dem Ellbogen aufgestützt. Die gleichzeitige Verwendung von zwei Essgeräten war also gar nicht möglich! 

Der Schönheitspflege dienten Schminken und Salben, die mit Salbenreibern aus Bronze oder Glas verrieben wurden. Kämme aus Holz oder Knochen wurden zum Frisieren verwendet, Haarnadeln hielten die Frisur - auch in der Antike war Körperpflege und Kosmetik also wichtig. 

Wie schwer ist ein Kettenhemd? Und womit hat man eigentlich geschrieben? 

Am Tag der offenen Tür kann anprobiert und ausprobiert werden - getreu dem Motto „Erlebnis mit allen Sinnen“!