Ein besonderes Angebot:

Anfängerkurs ab Jahrgangsstufe 11

Für alle Schülerinnen und Schüler, die von anderen Schulen, auf denen sie bisher nur eine Fremdsprache erlernt haben, in die gymnasiale Oberstufe des Görres Gymnasiums wechseln, wird Latein zur zweiten Pflichtfremdsprache; so erfüllen sie die grundsätzlichen Voraussetzungen zum Erwerb der allgemeinen Hochschulreife. Dieser sogenannte Anfängerkurs wird ab der Jahrgangsstufe 11 in der Regel 5-stündig unterrichtet (die Unterrichtssprache ist Deutsch) und gliedert sich in zwei Phasen:

  1. Anhand unseres Lehrbuchs ‚Latinum‘ – das Latinum ist auch gleichzeitig das mögliche Ziel des Kurses am Ende der Jahrgangsstufe 13 -  werden die Schülerinnen und Schüler zunächst mit den Fachbegriffen zur Formenlehre und Satzlehre vertraut gemacht: Konkret bedeutet dies: zwischen Wortarten und Satzteilen unterscheiden zu können, das lateinische System der Fälle („Kasus“), welches im Unterschied zum Deutschen nicht durch den Gebrauch von Artikeln, sondern durch unterschiedliche Endungen funktioniert, zu erlernen und im Bereich der Verblehre die auch hier grundsätzlich endungsbasierten Angaben (zu Person, Numerus, Tempus und Modus) zu begreifen. In 28 Lektionen führt uns das Lehrbuch in zwei Schuljahren durch diesen cursus grammaticus, in dessen Verlauf auf der inhaltlichen Ebene die unterschiedlichsten Bereiche des Lebens in der römischen Antike thematisiert werden: Geht es am Anfang noch um die Lebensumstände römischer Familien auf dem Land und in der Stadt, so werden mit zunehmendem Textverständnis schon recht bald auch Themen aus Staat und Politik (z.B. Konsulwahlen und römischer Expansionsgedanke), Mythos und reale Gegenwart (z.B. Romulussage und punische Kriege) oder soziale Konflikte und die sog. „Pax Romana“, d.h. das Friedensideal im römischen Reich, (z.B. der Versuch der Gracchenreformen und das augusteische Zeitalter) behandelt. 
  2. Nachdem sich die Schülerinnen und Schüler so auf der inhaltlichen Ebene einen Eindruck des Lebens vor rund 2000 Jahren verschaffen konnten und mit dem Abschluss des Lehrbuches eine erste Phase des Spracherwerbs abgeschlossen haben, gilt es in der Jahrgangsstufe 13, diese neu erworbene Sprachkompetenz an einem Originaltext unter Beweis zu stellen. Ein Beispiel: Die Lektüre des Bellum Gallicum, also die Beschreibung des Eroberungsfeldzuges im 1. Jahrhundert v. Chr. in Gallien (dem heutigen Frankreich) durch den Feldherrn Caesar selbst, bringt nicht nur eine vertiefte Einsicht in den römischen Imperialismusgedanken – und eine auf dieser beruhende kritische Auseinandersetzung - , sondern bereitet sprachlich und inhaltlich auf die Möglichkeit zum Erwerb des Latinums vor: Diese Qualifikation, d.h. der Nachweis über lateinische Sprachkenntnisse für die Universität, als Voraussetzung bestimmter Studiengänge, kann durch eine Klausur in Kombination mit einer mündlichen Prüfung –auf freiwilliger Basis- im Zusammenhang mit den Abiturprüfungen erworben werden. 

Die Erfahrung aus den zurückliegenden Jahren zeigt, dass all diejenigen, die fähig und bereit sind, konsequent zu lernen, analytisch zu arbeiten und somit Sprache als System zu begreifen, mit dem Erlernen des Lateinischen nicht nur eine reflektiertere Sicht auf ihre Muttersprache bekommen, sondern darüber hinaus auch einen tiefen historischen Einblick in die Wurzeln unserer Gesellschaft erlangen werden.